"Tatort", "Tribute von Panem" und Co Wie Medien und Filmstudios auf die Attentate von Paris reagieren

Montag, 16. November 2015
Til Schweiger als "Tatort"-Kommissar
Til Schweiger als "Tatort"-Kommissar
Foto: NDR/Marion von der Mehden
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Die TV-Sender justieren angesichts der Terroranschläge von Paris ihr Programm neu. Während bereits am Wochenende zahllose Sondersendungen zusätzlich ins Programm gehoben wurden, gibt es bei der ARD jetzt auch erste inhaltliche Anpassungen. Eine für Ende November geplante "Tatort"-Doppelfolge mit Til Schweiger wird zunächst auf Eis gelegt. Grund: In dem ARD-Krimi geht es ebenfalls um einen terroristischen Angriff. Auch die Filmindustrie reagiert.
Die Tatort-Doppelfolge "Der große Schmerz" und "Fegefeuer" sollte ursprünglich am 22. und 29. November ausgestrahlt werden. Doch anstelle von "Tatort"-Ermittler Til Schweiger bekommen die Fernsehzuschauer nun am 22. November Maria Furtwängler in "Spielverderber" und am 29. November Axel Milberg und Sibel Kekili in "Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes" zu sehen.
Hamburger Abendblatt Paris
Bild: Hamburger Abendblatt

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Frank Beckmann, NDR Programmdirektor Fernsehen, begründet die Programmänderung mit den Terroranschlägen von Paris. Aus Respekt vor den Opfern habe der Sender die Premiere der "Tatorte" mit Til Schweiger gecancelt. "Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht", sagt Beckmann.  Aufgeschoben ist natürlich aber nicht aufgehoben. Die ARD will die "Tatort"-Doppelfolge auf jeden Fall im Januar zeigen. Das große Finale mit Ermittler Nick Tschiller folgt Anfang Februar 2016 - dann startet "Tatort: Off Duty" (Regie: Christian Alvert) im Kino.

Die Programmänderung der ARD ist allerdings nur der Gipfel des Eisbergs. Nach den Terroranschlägen von Paris will sich auch die Filmbranche in den nächsten Tagen mit glamourösen Festen zurückhalten. So wird die Premiere des letzten "Tribute von Panem"-Films in Los Angeles in kleinerem Rahmen gefeiert als geplant. "Aus Respekt um die Ereignisse von Paris haben wir beschlossen, den roten Teppich zu verkleinern", teilte das Filmstudio Lionsgate mehreren US-Medien mit. Es werde keine Interviews am roten Teppich geben. Im Übrigen sollte die Gala am Montagabend aber wie geplant stattfinden. "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2" läuft am Donnerstag in den deutschen und am Freitag in den US-Kinos an.

Auch für andere Filme sind die Marketingaktivitäten heruntergefahren worden. So wurde die für Montag in Paris geplante Premiere des Films "Jane Got a Gun" mit Natalie Portman ebenso gestrichen wie Interviews dazu. Die Pariser Premierefeier von Steven Spielbergs Werk "Bridge of Spies", die für Sonntag geplant war, entfällt.

Der Thriller "Made in France" kommt nach den Terroranschlägen vorerst nicht in die französischen Kinos. Der für diesen Mittwoch geplante Start sei verschoben worden, hieß es auf der Webseite des Filmverleihs Pretty Pictures. Der Film des französischen Regisseurs Nicolas Boukhrief handelt laut "Hollywood Reporter" von einem muslimischen Journalisten, der sich Zugang zu einer islamistischen Terrorzelle verschafft, um Informationen über einen geplanten Terroranschlag in Paris herauszufinden. Der Thriller sollte ursprünglich bereits am Jahresanfang herauskommen. Nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar war der Start bereits einmal verschoben worden. mas
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