"Tatort"-Tote Nach Rekordjahr diesmal 111 Leichen

Montag, 21. Dezember 2015
Leichenreichster "Tatort" in 2015: "Frohe Ostern, Falke" mit Wotan Wilke Möhring
Leichenreichster "Tatort" in 2015: "Frohe Ostern, Falke" mit Wotan Wilke Möhring
Foto: NDR/Christine Schroeder

Beim "Tatort" sind dieses Jahr 111 Leichen gezählt worden - ein Minus im Vergleich zum Vorjahr, als es mit 150 Krimi-Toten eine Rekordzahl gab. Die Zählung kommt von der Fan-Seite "Tatort-Fundus". 2015 gab es 40 neue Filme, 2014 waren es 36 gewesen. Damals ließ der shakespeareartige Western-Krimi "Im Schmerz geboren" mit Ulrich Tukur als leichenreichster "Tatort" der Geschichte mit allein mehr als 50 Toten die Zahl extrem nach oben schnellen.
Im 2013 waren 73 Tote in 36 Filmen gezählt worden, 2012 waren es 88 Tote in 35 Filmen. Von den 111 Toten 2015 waren 84 männlich (75 Prozent) und 27 weiblich (25 Prozent). Bei den Tätern war das Verhältnis fast genauso (77 Prozent männlich, 23 Prozent weiblich). Bis Silvester stehen von den 40 "Tatort"-Fällen noch zwei aus, und zwar ein Kölner am zweiten Weihnachtsfeiertag und ein hessischer mit Ulrich Tukur einen Tag später. Mit 9 Leichen war der Krimi "Frohe Ostern, Falke" mit Wotan Wilke Möhring vom 6. April der leichenreichste "Tatort" des Jahres. Auf Platz zwei kam mit 7 Leichen der Schweizer Fall "Ihr werdet gerichtet" vom 6. September, in dem die von Schauspieler Antoine Monot Jr. gespielte Figur sechs Menschen und sich selbst tötete. Mit je 6 Leichen teilen sich der Frankfurter Fall "Kälter als der Tod" vom 17. Mai und der Berliner Krimi "Das Muli" vom 22. März den dritten Platz in der Leichenstatistik.

Für die Statistik zählt das "Tatort-Fundus"-Team um François Werner und Achim Neubauer nur relevante Tote und meint damit jene, die während der Handlung sterben und die nicht in Rückblenden noch mal gezeigt werden. Irrelevant sind auch jene Toten, die in der Geschichte nur erwähnt werden und früher starben.

Auch die Todesarten wurden wieder analysiert: erneut wurden die meisten Opfer erschossen - und zwar 52. Erschlagen wurden elf, ebenso viele stürzten tödlich. Seltenere Todesarten waren zum Beispiel Erwürgen, Ersticken, Verbluten, Ertrinken, Verätzung, Strangulation, Milzriss oder Embolie. Je zweimal als Leiche endeten in wichtigen Episodenrollen übrigens die Schauspieler Armin Rohde (der beide Male von "Tatort"-Ermittlern getötet wurde) sowie Emily Cox und Julius Feldmeier. Feldmeier starb sogar in zwei aufeinanderfolgenden "Tatorten" ("Die letzte Wiesn" und «Verbrannt» am 20. September und 11. Oktober).

Die "früheste Leiche" in den eineinhalbstündigen Krimis registrierten die Experten nach 59 Sekunden in der Wiener Folge "Deckname Kidon" (4. Januar) sowie in der Luzerner Folge "Ihr werdet gerichtet" (6. September). Die "späteste Leiche" habe es am 26. April nach 66 Minuten im letzten Leipzig-"Tatort" mit dem Titel "Niedere Instinkte" gegeben.

Die ARD-Reihe "Tatort" gibt es seit 1970 - im kommenden Jahr kommt der 1000. Kriminalfilm mit dem typischen Vorspann. Anfangs gab es in der Regel einen Krimi pro Monat. In den späteren 80ern waren es dann meist um die 15 neue "Tatort"-Fälle im Jahr, ab 1995 dann immer mehr als 20, ab 2001 dann immer mehr als 30, 2015 jetzt sogar erstmals 40.

Zurzeit sind 20 Teams aktiv. Nicht alle sind jedes Jahr mit mindestens einem neuen Fall zu sehen. Inklusive aller Ankündigungen - kürzlich beispielsweise ein neuer Schwarzwald-"Tatort" mit Entertainer Harald Schmidt, aber auch das neue Dresden-Team oder der Event-Krimi mit Heike Makatsch - gibt es 23 verschiedene "Tatorte". Gregor Tholl, dpa
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