Talkshow Warum die letzte Ausgabe von "Günther Jauch" mit einer Gegendarstellung endete

Montag, 30. November 2015
Einziger Gast in der letzten Ausgabe von "Günther Jauch" war Wolfgang Schäuble
Einziger Gast in der letzten Ausgabe von "Günther Jauch" war Wolfgang Schäuble
Foto: Screenshot ARD Mediathek

Es wirkte fast wie Satire: Ausgerechnet nach der letzten Sendung von "Günther Jauch" am gestrigen Sonntagabend wurde eine Gegendarstellung verlesen. Erwirkt hat diese Tom Junkersdorf, ehemaliger Chefredakteur der Illustrierten "Closer" aus dem Bauer-Verlag.
Manch ein Zuschauer, der am Sonntagabend nach der letzten Ausgabe von "Günther Jauch" noch die "Tagesthemen" schauen wollte, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben. Gerade eben hatte sich Jauch nach seiner letzten Sendung artig von seinen Zuschauern verabschiedet, die ihm über viereinhalb Jahre "so wunderbar die Treue gehalten haben". Doch nach dem Abspann folgten nicht die Nachrichten, sondern erst einmal eine Gegendarstellung. Mit unbewegter Miene verlas ein Sprecher eine Stellungnahme von Tom Junkersdorf, seines Zeichens Chefredakteur der Illustrierten "People" aus der Bauer Media Group. Anlass für die Gegendarstellung war eine Sendung im April vorigen Jahres, in der es um den Umgang der Regenbogenpresse mit dem Skiunfall von Michael Schumacher ging. Die Redaktion von "Günther Jauch" hatte vergeblich versucht, einen Vertreter von "Bunte", "Gala" & Co. in die Sendung einzuladen. "Wenn ich jetzt vorlese, wer uns da alles abgesagt hat, würden wir die Sendung füllen. Wir lassen einfach mal einen Teil von denen jetzt unten durchlaufen, damit Sie sich selber ein Bild machen können", so Jauch damals in der Sendung. Neben zahlreichen anderen Titeln wurde auch die People-Zeitschrift "Closer" von Bauer eingeblendet, deren Chefredakteur Junkersdorf damals war.

Dieser wäre eigenen Angaben zufolge aber gerne gekommen. In der Gegendarstellung ließ Junkersdorf verlesen: "Hierzu stelle ich fest: Am Freitag vor der Sendung hat eine für 'Closer' tätige Medienagentur der Produktionsfirma meine Teilnahme an der Sendung angeboten. Dies wurde abgelehnt." Bauer hatte laut der Produktionsfirma von Günther Jauch bereits zuvor eine Teilnahme seiner Chefredakteure an der Sendung pauschal abgelehnt.

Das Erste hatte bereits Anfang dieses Jahres eine entsprechende Gegendarstellung ausgestrahlt, die Bauer aber offensichtlich nicht ausreichte. Nach Informationen von DWDL.de hatte der Verlag versucht, eine Platzierung der Gegendarstellung an der gleichen Stelle in der Sendung durchzusetzen, an der das strittige Laufband zu sehen war - so wie es also bei Gegendarstellungen in Zeitungen und Zeitschriften üblich ist.

Es ist übrigens nicht die erste juristische Auseinandersetzung zwischen Günther Jauch und Bauer. So hat der Moderator schon mehrere Gegendarstellungen in "Closer" erwirkt. Für den ehemaligen Chefredakteur Junkersdorf dürfte es eine große Genungtuung sein, dass er nun ausgerechnet bei der letzten Sendung von Günther Jauch im Ersten das letzte Wort behielt. dh
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