Tageszeitungen Wie Joachim Braun die "Frankfurter Neue Presse" umkrempelt

Dienstag, 13. Juni 2017
FNP-Chefredakteur Joachim Braun
FNP-Chefredakteur Joachim Braun
Foto: FNP

Seit etwas mehr als einem Jahr führt Joachim Braun die Redaktion der "Frankfurter Neuen Presse". Wie zuvor in Bayreuth, baut er auch in Frankfurt kräftig um. Was er damit bezweckt? Er kämpft gegen die Belanglosigkeit regionaler Zeitungen an. Sein erster Arbeitsnachweis ist die heute erscheinende FNP, die nun unter gänzlich neuen Bedingungen entsteht.

Vier Monate dauerte der Umbau der Räumlichkeiten, eine Million Euro hat er gekostet. Am gestrigen Montag weihte die Redaktion ihr neues Zuhause im dritten Stock des Verlags Frankfurter Societäts Medien ein. Die heute erschienene Ausgabe der "Frankfurter Neuen Presse" ist die erste, die in dem 1.000 Quadratmeter großen Newsroom produziert wurde. 

Rein optisch unterscheidet sich die Zeitung nicht wesentlich von der alten: Der rote Balken unter dem Titelschriftzug ist schmaler, die Einspalter sind verschwunden. Braun spricht von einem "Refresh". Deutlicher unterscheidet sich die Anordnung der Ressorts im Innenteil: Der Sport hat nun ein eigenes, das vierte Buch. Die Kultur ist dafür nach vorn gerückt. 

Der neue Newsdesk der "FNP"
Der neue Newsdesk der "FNP" (Bild: FNP)
Entscheidend ist die neue Arbeitsweise bei der FNP. Die Redaktion teilt sich nun in Editoren und Reporter. Während die Editoren im vorderen Teil des Newsrooms die Zeitung gedruckt wie online produzieren, sitzen die Reporter im hinteren Teil. Die Ressortgrenzen werden dadurch fließend. 

Damit verbunden ist der Wunsch, dass die Reporter mehr miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Braun will auf diese Weise aus einer termin- und ressortgetriebenen eine themengetriebene Zeitung machen: eine, die schon dadurch näher an die Lebenswirklichkeit der Leser heranrückt, weil sie jetzt anders geplant, gedacht und produziert wird. 

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Wie sich die FNP auch digital verändern will, wo sich die Frankfurter Societät in Zukunft sieht und welche Beweggründe und Ziele damit verbunden sind, erläutern Joachim Braun und Geschäftsführer Oliver Rohloff in der am Donnerstag erscheinenden Printausgabe von HORIZONT, die auch auf  Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

Seit Ostern vergangenen Jahres ist Joachim Braun Chefredakteur der FNP. Er kam von Bayreuth. Schon dort, beim "Nordbayerischen Kurier", machte er sich einen Namen als Chefredakteur, der nichts beim Alten lässt. Seinem Ruf bleibt er in Frankfurt treu, wiewohl er sagt: "Ich bin nicht hergekommen, um alles umzuschmeißen. Ich bin gekommen, um eine gute Zeitung zu machen. Dass ich nun sehr vieles umschmeiße, ist ein Kollateralschaden".

Die verkaufte Auflage der FNP weist die Frankfurter Societät in der Kombi Rhein Main Media gemeinsam mit der der "Frankfurter Rundschau" und der "Rhein-Main-Zeitung" der FAZ aus. Aktuell beläuft sie sich auf 181.000 Exemplare, dazu trägt jedes der drei Blätter zu etwa gleich großen Teilen bei. Der Rückgang zum Vorjahr beträgt mehr als sechs Prozent. usi

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