Tageszeitungen Funke will Kooperation mit "Der Welt" offenbar beenden

Montag, 17. November 2014
Die Essener wollen die Redaktionsgemeinschaft mit Axel Springer beenden
Die Essener wollen die Redaktionsgemeinschaft mit Axel Springer beenden
Foto: Foto: Funke Mediengruppe

Die Redaktionsgemeinschaft zwischen der "Welt" von Axel Springer und den mittlerweile zur Funke Mediengruppe gehörenden Tageszeitungen "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost" steht offenbar auf dem Prüfstand. Das berichtet das "Handelsblatt".
Bislang bezieht die "Welt" ihre Lokalteile für Berlin und Hamburg von den Blätter der Essener Funke-Gruppe, während "Abendblatt" und "Morgenpost" im Gegenzug überregionale Texte von Axel Springers Vorzeigeblatt bekommt. Doch damit könnte nun bald Schluss sein. Die Funke Mediengruppe will offenbar den zum 30. April auslaufenden Vertrag zwischen den beiden Verlagen nicht verlängern. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Funke hatte die beiden Tageszeitungen vergangenes Jahr von Axel Springer übernommen. Nun sind die Essener offensichtlich auf der Suche nach weiteren Synergie- und Einsparpotenzialen. Der Zukauf von überregionalen Inhalten eines anderen Verlages erscheint da wenig sinnvoll.

Gegenüber dem "Handelsblatt" bestätigte ein Sprecher der Funke Mediengruppe, dass die Zeitungen des Essener Verlags künftig verstärkt überregional kooperieren wollen: "Unsere Chefredakteure arbeiten an einem Konzept zur Zusammenarbeit ihrer Blätter." Auch Axel Springer sieht sich daher offenbar nach Alternativen um: Man prüfe derzeit "verschiedene Optionen", sagte eine Sprecherin.

Springer hat Funke bislang pro Jahr 1,5 Millionen Euro für die Produktion der beiden Lokalausgaben der "Welt" überwiesen, 500.000 Euro flossen nach Informationen des "Handelsblattes" für die überregionalen Texte wieder zurück an Axel Springer. Der Aufbau eigener Lokalredaktionen für die "Welt" in Hamburg und Berlin dürfte für Springer wesentlich teurer sein. Dem Vernehmen nach ist der Berliner Medienkonzern daher weiterhin an einer Zusammenarbeit mit Funke interessiert. dh
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