Tageszeitungen "Frankfurter Rundschau" ist laut Chefredakteurin Bascha Mika "grundsaniert"

Dienstag, 31. März 2015
Die "Frankfurter Rundschau" schreibt wieder schwarze Zahlen
Die "Frankfurter Rundschau" schreibt wieder schwarze Zahlen
Foto: dfv
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Bascha Mika Frankfurter Rundschau Arnd Festerling FR


Die Chefredakteure der "Frankfurter Rundschau", Bascha Mika und Arnd Festerling blicken wieder optimistisch in Zukunft. Zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz macht die linksliberale Tageszeitung wieder Gewinn. Weitere Einschnitte seien nicht vorgesehen.
"Seit der Insolvenz vor zweieinhalb Jahren sind wir grundsaniert", sagt Bascha Mika im Interview mit dem Fachmagazin "Journalist". Es gebe zwar "kein Fett auf den Rippen, aber wir machen sogar wieder Gewinn." Weitere Kürzungen werde es nicht geben. "Wir machen jetzt eine Zeitung, die sich betriebswirtschaftlich rechnet und dem Namen 'Frankfurter Rundschau' gerecht wird", betont Arnd Festerling. Die "Frankfurter Rundschau" hatte im November 2012 Insolvenz angemeldet. Seit März 2013 wird die "FR" von der Frankfurter Societät herausgegeben. Der Übergang sei ein schwierigre Prozess gewesen, der Festerling das Image eines harten Sanierers eingebrockt habe. "Natürlich erfordert die Zahl von knapp 100 Leuten von jedem Einzelnen einen höheren Einsatz, als dies mit 160 und zuvor ja noch wesentlich mehr Kollegen der Fall war."

Nach der Insolvenz habe die "FR" viele Leser verloren, mittlerweile liege die Auflage stabil bei rund 75.000 Exemplaren. "Wir haben die Rückgänge mittlerweile im Griff, die Entwicklung ist eine saubere gerade Linie. Sie bewegt sich auf dem Niveau regionaler Tageszeitungen." Die Anzeigenerlöse seien aber auch bei der "FR" weiter rückläufig: "Unterm Strich fürchte ich, dass Anzeigenerlöse weiter zurückgehen und wir uns daran gewöhnen müssen, weitgehend ohne sie auszukommen."

Den überregionalen Anspruch der Frankfurter "Rundschau" habe man aber auch mit der deutlich verkleinerten Redaktion nicht aufgegeben, betont Bascha Mika, die die Redaktion seit April 2014 gemeinsam mit Festerling leitet. "Meinen Sie, wenn der Verlag eine regionale Ausrichtung gewollt hätte, hätte er eine Chefredakteurin wie mich aus Berlin nach Frankfurt geholt? Wer mich will, sendet drei Botschaften. Erstens: ein linkes Profil. Zweitens: überregionalen Anspruch. Drittens: Investitionsbereitschaft. Denn mit Verlaub - ich bin nicht umsonst zu haben." dh
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