„Tagesspiegel“-Boss Kranefuß „Wir haben uns erneuert“

Freitag, 17. Juli 2015
"Tagesspiegel"-Boss Florian Kranefuß
"Tagesspiegel"-Boss Florian Kranefuß
Foto: Tagesspiegel

Vor einer Woche meldete HORIZONT exklusiv, dass die drei Berliner Abo-Zeitungen „Tagesspiegel“(Holtzbrinck), „Berliner Zeitung“ (M. DuMont Schauberg) und „Berliner Morgenpost“ (Funke) beim Kartellamt beantragen wollen, im Lesermarketing, womöglich auch bei der Anzeigenvermarktung zusammenzuarbeiten. Darüber, über die wirtschaftliche Situation des „Tagesspiegels“ und seine Wachstumsstrategie sprach HORIZONT mit Geschäftsführer Florian Kranefuß.

Florian Kranefuß über die Verfasstheit des „Tagesspiegels“

„Wir kommen von einem wirtschaftlichen Niveau, das nicht viel Spaß gemacht hat. Inzwischen sind wir auf gutem Weg. Wir haben eine klare Strategie, unsere Position als Leitmedium der Hauptstadt zu festigen und auszubauen: Qualität gepaart mit Innovation.“ 

… über den geplanten Dreierbund

„In der Zustellgesellschaft Berliner Zeitungsvertrieb arbeiten wir seit Juli 1996 zusammen. Im Rahmen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, der Verlage vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellt, prüfen die Mutterhäuser der drei Berliner Verlage aktuell, inwiefern die laufende Zusammenarbeit verbreitert und vertieft werden kann.“ 
Berliner Zeitungsmarkt
Bild: Unternehmen

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… über das Kartellamt

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Um die Vielfalt der Titel und Existenz der drei unabhängig voneinander arbeitenden Redaktionen dauerhaft zu gewährleisten, wären Änderungen beim Kartellrecht hochgradig sinnvoll.“

 … über Wachstumschancen

„Nirgendwo in Deutschland ist die Dichte an Meinungsbildnern und politischen Entscheidern so hoch wie in der Hauptstadt, keine Abo-Zeitung spricht in Berlin mehr Entscheider an als der „Tagesspiegel“. Und das Schöne ist, die Zielgruppe wächst, Jahr für Jahr ziehen 160000 Menschen hierher. Ein Teil kommt von Stiftungen, Think Tanks, aus der Kommunikationswirtschaft. Davon profitieren wir. Wir wachsen: digital, aber auch, weil wir Abonnenten gewinnen. In der harten Auflage sind wir jetzt Marktführer in Berlin. Auch überregional gewinnt der „Tagesspiegel“ an Bedeutung für meinungsbildende Werbekampagnen.“ 

… über Urban Media und die Aussicht auf schwarze Zahlen

„Mit den neuen Angeboten erschließen wir uns nicht nur neue Leser und Anzeigenkunden, sondern generieren zusätzliche, siebenstellige Umsätze. Es wirkt sich auch aus, dass wir uns auf unsere Stärken und die Marke Tagesspiegel konzentrieren. Mit unserer Schwesterzeitung in Potsdam besetzen wir eine Region, die für Berlin eine hohe Bedeutung hat, da dort viele Entscheider leben, die in Berlin arbeiten. Nicht zu vergessen: Unsere Digitaltochter Urban Media, mit der wir auch als Dienstleister für Dritte auftreten: in der Vermarktung von Social Tech für Doodle und seit 2014 für Twitter Deutschland und neuerdings die Berliner Verkehrsbetriebe. Und wir haben den Vermarktungsauftrag für Ebay Deutschland Kleinanzeigen gewonnen, mit denen wir gemeinsam neue Wege gehen und ins innovative Geschäftsfeld Programmatic Sales einsteigen. Von all den Erfahrungen profitiert wiederum Tagesspiegel.de.“ Interview: Ulrike Simon

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