"Tagesschau" Erster Probebetrieb des neuen Studios war ein Desaster

Montag, 04. November 2013
Judith Rakers im aktuellen "Tagesschau"-Studio (Foto: NDR)
Judith Rakers im aktuellen "Tagesschau"-Studio (Foto: NDR)


Mit fast einem Jahr Verspätung hat die ARD ihr neues Nachrichtenstudio probehalber in Betrieb genommen. Ein erster Testlauf war Ende 2012 kläglich gescheitert. Vor allem die Software für die Videowand bereitete massive Probleme.
Bei dem ersten Probebetrieb hatten Fehler in der Grafik-Software dazu geführt, dass Perspektiven und Schrifteinblendungen auf der 17 Meter langen Videowand verzerrt dargestellt wurden. Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD Aktuell, war eigenen Angaben der Verzweiflung nahe: "Ich dachte, das war's", sagte er dem "Spiegel". Er habe Anfang des Jahres geglaubt, die Probleme seien nicht zu lösen. "Ich mag mir nicht vorstellen, was das an Hohn und Spott gegeben hätte. Die Branche ist ja schon in Aufruhr, wenn wir eine falsche Flagge zeigen."

Die israelische Firma Orad, die die neue Studiografik geliefert hat, brauchte laut "Spiegel" mehrere Monate, um die Probleme in den Griff zu bekommen. "Wichtig für uns war, dass uns das keinen Cent mehr kostet", betont Gniffke. Virtuelle 3D-Darstellungen wird es aber auch im neuen Studio von ARD-Aktuell nicht geben. "'Tagesschau' und 'Tagesthemen' dürfen dem Zuschauer nichts zeigen, was nicht real ist, das fängt beim Schiffsparkett an und hört bei der Videowand auf", sagt Gniffke. Wann das neue, knapp 24 Millionen Euro teure Nachrichtenstudio seinen Regelbetrieb aufnehmen kann, ist noch nicht klar. dh
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