TV vs. Print Sinkender Marktanteil von Print für IP-Chef Dang "längst überfällige Anpassung"

Donnerstag, 15. Januar 2015
Dang sieht TV im Vorteil
Dang sieht TV im Vorteil
Foto: IP Deutschland
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Matthias Dang RTL IP Deutschland Vermarkter Werbejahr


Die stetigen Rückgänge von Print im Werbemarkt sind für Matthias Dang, Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland, eine "längst überfällige Anpassung". Er geht davon aus, dass Zeitungen und Zeitschriften weiter verlieren werden, "denn Print ist gemessen an Mediennutzungszeit und Werbewirkung immer noch deutlich überbewertet", sagt er im HORIZONT-Interview.
Dangs Prognose für gedruckte Medien ist mehr als düster. Er glaubt, dass sich das Niveau in den kommenden fünf Jahren noch einmal halbieren wird. Um so mehr Potenzial sieht er für Bewegtbild. Die Werbeerlöse im linearen TV belaufen sich derzeit auf rund 4,3 Milliarden Euro. Dang geht davon aus, dass der audiovisuelle Bereich insgesamt - also auch mit dem Digitalen Geschäft langfristig auf 6 bis 7 Milliarden Euro wachsen wird "auf Größenordnungen, wie sie in anderen Ländern auch gelten." Und das, obwohl auch die großen Sender mit rückläufigen Marktanteilen zu kämpfen haben und von kleineren Kanälen kannibalisiert werden. Flaggschiff RTL hatte 2014 bei den 14- bis 49-Jährigen nur noch 13,4 Prozent Marktanteil, 2013 noch 14,5 Prozent. Auch Vox hat verloren - von 7,6 Prozent auf 6,9 Prozent. Stark gewonnen hat in der Gruppe nur RTL Nitro, das nun bei 1,5 Prozent Marktanteil liegt, damit aber bei weitem nicht die Strahlkraft im Werbemarkt hat wie RTL.

Dang bereitet das jedoch keine Sorgen, weil die absoluten Reichweiten im Vergleich mit anderen Sendungen und Gattungen hoch sind: "Wenn es immer weniger Sender schaffen, mit einem einzigen Format mehrere Millionen Menschen zu erreichen, wird genau das immer wertvoller", sagt er im Interview mit Blick auf Formate wie "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" und "Deutschland sucht den Superstar".

Auf das lineare TV verlassen will er sich jedoch nicht. In diesem Jahr will IP sowohl Tests mit getargeteten Spots machen und über die Tochter Netzathleten Media auch Tests mit Realtime Advertising via SpotXChange. Die Mutter RTL Group hatte SpotXChange 2014 gekauft, einen Spezialisten für Echtzeithandel. pap

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