TV-Vermarktung Visoon will weiter wachsen

Freitag, 22. September 2017
Visoon-Boss Franjo Martinovic
Visoon-Boss Franjo Martinovic
© Visoon

Der Anfang 2016 gestartete Bewegtbildvermarkter Visoon will auch in diesem Jahr deutlich zulegen. Das Joint Venture von Axel Springer und Viacom hat die TV-Sender N24, N24 Doku, Comedy Central, Nickelodeon, Viva und bald auch wieder MTV im Angebot. „Wir sind ziemlich glücklich mit unseren Werbeumsätzen und der Relevanz, die wir aufbauen konnten“, sagt Geschäftsführer Franjo Martinovic.

Zum konkreten Umsatz macht Martinovic keine Angaben. Sinkende Budgets oder eine Zurückhaltung der Kunden, wie sie zuletzt Pro Sieben Sat 1 beklagt hat, kann er für sein Haus auf jeden Fall nicht beobachten. "Die kleinen Vermarkter haben mittlerweile das Potenzial, von den Großen Kampagnen, Kunden und Budget abzuziehen und einen besseren Fair Share zu bekommen."

Visoon ist mit dem Ziel gestartet, den Umsatz für die beiden Gesellschafter Viacom und Axel Springer zu steigern, effizientere Strukturen aufzubauen und damit auch die Kosten zu senken. Der Vermarkter beschäftigt rund 60 Mitarbeiter und stockt das Personal weiter auf.

Visoon war in den vergangenen anderthalb Jahren nicht nur mit dem Aufbau effizienter Strukturen beschäftigt, sondern auch damit, eine eigene Identität aufzubauen. Der Claim „Visoon ist jetzt“ soll diese verdeutlichen und den Vermarkter als Haus positionieren, das Kunden und Agenturen unmittelbar Lösungen präsentiert und umsetzt. Die Positionierung wird ein zentrales Thema auf der Roadshow sein, die diese Woche startet.

Visoon präsentiert sich als Vermarkter, der alle Zielgruppen abdecken kann. Mit dem Portfolio, das mit Nickelodeon im Kindermarkt beginnt und bei N24 als Sender für Entscheider endet, vermarktet Visoon Umfelder für alle Produktkategorien.

MTV Logo
© Viacom

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Musiksender MTV kehrt ins Free-TV zurück

Im kommenden Jahr liegt ein Schwerpunkt auf dem Viacom-Sender MTV. Diesen hatte der Konzern 2011 ins Pay-TV umgesiedelt. Nun kehrt der Kanal ins Free-TV zurück und soll dort mit viel Musik, starken Labels wie „MTV Unplugged“ und „MTV Video Music Awards“, aber auch deutschen Eigenproduktionen Zuschauer ansprechen. „Unser Ziel ist es, ein junges Publikum für die Inhalte und die Marke MTV zu begeistern“, sagt Martinovic. Den Sender zu revitalisieren dürfte kein Spaziergang werden. „Wir haben gesunde Erwartungen“, sagt denn auch Martinovic.

MTV soll die 14- bis 49-Jährigen ansprechen, im Kern aber auf die 14- bis 29-Jährigen ausgerichtet sein. "Auch junge Leute wollen sich zurücklehnen und kuratiert ansprechen lassen", sagt er mit Blick auf die Vorstellung, dass die Always-on-Generation nur noch selbst Videoschnipsel zusammensucht. „Unser Ziel ist es, ein nachhaltig junges Publikum zu binden."

Bewegtbildgipfel 2017

Um TV-Vermarktung, Content-Produktion, Mediennutzung, Programmatic Creation, Streaming-Dienste, Reichweiten, Influencer Marketing und die künftige Verteilung der Werbespendings geht es auch beim Bewegtbildgipfel 2017, den HORIZONT am 21. und 22. November in Düsseldorf ausrichtet. Mehr Informationen und Tickets gibt es hier

Ein weiteres Thema wird die anstehende Umbenennung von N24 in Welt sein, die bei den Onlineportalen schon weitgehend vollzogen ist und nun auch im TV umgesetzt wird. Martinovic will sein Haus zudem als Alternative für andere Sender der 3. Generation positionieren. "Wir stehen offen für jeden, der uns strategisch und wirtschaftlich  im Portfolio etwas bringt", sagt er. Angesichts der TV-Werbemarktumsätze, die in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind, halten viele kleinere Sender aber an eigener Vermarktung fest. Zudem ist mit Goldbach Germany ein weiterer Player am Start, der kleine Sender bündelt. Derzeit hat Goldbach rund 20 Kanäle im Angebot. pap


 

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