TV-Vermarktung IP Deutschland baut um und verkauft TV und Digital integriert

Mittwoch, 06. Mai 2015
Paul Mudter, Matthias Dang und Julian Weiss (v.l.) leiten die IP
Paul Mudter, Matthias Dang und Julian Weiss (v.l.) leiten die IP
Foto: IP Deutschland

Es ist für Matthias Dang keine Umstrukturierung aus der Not heraus, sondern aus einer Position der Stärke: IP Deutschland bündelt den Verkauf von TV und der digitalen Werbeformen. Damit einher geht ein fundamentaler Umbau, laut dem IP-Geschäftsführer der größte seit 15 Jahren. "Es ist eine von Grund auf neue Struktur", so Dang.

Der Vermarkter der Mediengruppe RTL Deutschland (RTL, Vox, Super RTL, RTL Nitro, N-TV) holt damit unter dem Motto "Building a new tomorrow today" auf der strukturellen Ebene nach, was kommunikativ mit der Positionierung als Fourscreen-Anbieter bereits vor fast drei Jahren vollzogen wurde. "Die Themen wachsen zusammen", sagt Dang mit Blick auf die zunehmende Konvergenz von Onlinevideo und klassischem TV.

Die Verkäufer sollen künftig alle IP-Angebote aus einer Hand offerieren. Allerdings bleibt die Aufstellung flexibel und orientiert sich an den Bedürfnissen der Kunden und Mediaagenturen, bei denen mal mehr, mal weniger übergreifend geplant wird. Möchten diese einen Ansprechpartner für alle Themen, so bekommen sie diesen. Möchten sie lieber Spezialisten für die Einzelbereiche, so auch diese. "Wir spiegeln die Organisation der Agenturen und Kunden wider und stellen uns so auf, wie der Markt es von uns erwartet", erklärt Dang.
„Wir spiegeln die Organisation der Agenturen und Kunden wider und stellen uns so auf, wie der Markt es von uns erwartet.“
Matthias Dang
Dass es den Portfolio-Verkäufern schwerfällt, mehr Produkte als bislang zu verkaufen, glaubt Dang nicht. Ist doch auf Seiten der Werbungtreibenden die Komplexität noch um ein Vielfaches höher. "Ein Kunde kauft alle Medien ein und muss sich auch mit allen auskennen. Ich glaube, dass da noch viel mehr geht", sagt Dang, räumt aber ein, dass man für diesen Ansatz einen bestimmten Typ Verkäufer braucht. "Die Ansprüche an die IP steigen", sagt er. Bereits in den vergangenen zwei Jahren habe man daher sehr viel geschult, um den TV-Verkäufern Online-Know-how nahezubringen und umgekehrt. Auf den aktuellen Umbau wurden die 40 Führungskräfte bereits in einem Change-Seminar von einer externen Trainerin vorbereitet. Dieses hat auch die Geschäftsleitung – bestehend aus Dang, Paul Mudter und Julian Weiss – absolviert.

Fast zwei Jahre hat es gedauert, die neue Struktur zu entwickeln. Die Führungskräfte waren im Vorfeld eingebunden und haben in Workshops überlegt, wie eine zukunftsfähige "IP 2017" aussehen sollte. Die Ergebnisse waren denen sehr ähnlich, zu denen die Geschäftsleitung zuvor gekommen war. Diese Woche wird sie nun allen Mitarbeitern vorgestellt, im Anschluss den Agenturen. Ab 15. Juni soll sie in den Regelbetrieb gehen, damit sich die Arbeit eingespielt hat, bis im Herbst die Jahresgespräche starten.

Fast jeder der rund 300 IP-Mitarbeiter ist von dem Umbau betroffen. Zuständigkeitsgebiete und Verantwortlichkeiten ändern sich. Stellenstreichungen gibt es allerdings keine. "Wir brechen die Workflows komplett auf", sagt Dang. Dazu gehört auch, dass die bisherige Meetingstruktur komplett abgeschafft und neu aufgesetzt wird.
Paul Mudter wird wird Geschäftsleiter Operations
Paul Mudter wird wird Geschäftsleiter Operations (Bild: IP Deutschland)
Auf Geschäftsleitungsebene betrifft eine wesentliche Veränderung die Zuschnitte von Dangs und Mudters direkten Zuständigkeitsbereichen. Mudter, bislang Geschäftsleiter IP Interactive, wird Geschäftsleiter Operations und verantwortet dort neben Sales und Media Operations die Strategie. Bei Dang liegt nun der Verkauf von TV und Digital. Weiss bleibt verantwortlich für das Marketing, Pricing, Produkt- und Portfolio-Management. Forschung und Marketing-Kommunikation werden künftig zentral über die Mediengruppe RTL Deutschland geregelt. Weiss bleibt allerdings der Verantwortliche auf IP-Ebene.

Mudter spielt auch künftig eine zentrale Rolle im Bereich Online. Bei ihm wird das Online Lab verortet. Daneben gibt es drei weitere Labs, die sich als Arbeitsgruppe mit den Themen Gremien & Forschung, Ad Tech und Trends beschäftigen. Letztere hat zur Aufgabe, schon heute zu überlegen, mit welchen Themen sich die IP in ein paar Jahren beschäftigen muss. pap

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