TV-Saison 2015/16 Sat-1-Chef Nicolas Paalzow: "Die Richtung stimmt"

Donnerstag, 09. Juli 2015
Nicolas Paalzow ist seit knapp drei Jahren Chef von Sat 1
Nicolas Paalzow ist seit knapp drei Jahren Chef von Sat 1
Foto: Sat 1
Themenseiten zu diesem Artikel:

Nicolas Paalzow Newtopia Sat.1 Susan Sideropoulos


Seit seinem Amtsantritt im Oktober 2012 renoviert Nicolas Paalzow Sat 1. Nachdem in den letzten zwei Jahren die Tagesschiene im Fokus stand, ist nun der Vorabend dran. Die Reality-Show "Newtopia" hat zwar nicht gehalten, was die Macher sich von ihr versprochen haben, doch mit der Daily Soap "Mila" und dem neuen Magazin "Unser Tag" soll der Vorabend wieder in Schwung kommen.

Herr Paalzow, im Februar haben Sie angekündigt, dass Sat 1 dieses Jahr in Sachen Quote wachsen wird. Wie zufrieden sind Sie mit dem 1. Halbjahr? Wir sind zufrieden. Wir liegen bei 9,4 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und damit um 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Das ist nicht selbstverständlich. Sat 1 ist der einzige große Sender, der zugelegt hat. Dieses Ergebnis wollen wir nicht nur halten, sondern im Laufe des Jahres noch weiter wachsen. Mit dem Wachstum hat Sat 1 auch einen Beitrag zur Entwicklung der gesamten Gruppe geleistet, die mit insgesamt 30 Prozent das stärkste 1. Halbjahr der vergangenen zehn Jahre erreicht hat. Gerade bei den kleinen Sendern, allen voran Sat 1 Gold, haben wir eine tolle Entwicklung.

Von den 10 Prozent Marktanteil, die Sat 1 haben sollte, sind Sie aber weiterhin entfernt. Steht das Ziel noch? Unbedingt! Der Wettbewerb wird immer härter und wenn wir wachsen, während andere verlieren, dann ist das ein schöner Erfolg. Die Richtung stimmt, und das ist mir wichtig. 10 Prozent sind keine unerreichbare Vision. Wir können es schaffen und deswegen arbeiten wir weiter an den Baustellen. Anfangs war das die Daytime, nun steht der Vorabend im Fokus.

Das klingt sehr tatkräftig, aber nicht alles funktioniert. Von der täglichen Realityshow "Newtopia", die im Februar noch mit 17 Prozent gestartet ist und nun nur noch bei 8,4 Prozent liegt, hatten Sie sich doch auch mehr erwartet. "Newtopia" war nicht der Game Changer, den wir uns erhofft hatten, aber auch "Newtopia" hat zur positiven Entwicklung von Sat 1 beigetragen. Vorher liefen auf dem Sendeplatz Doppelfolgen von "Navy CIS" mit 6 bis 7 Prozent. Bei Reality hat man viel weniger Eingriffsmöglichkeiten als bei gescripteten Ideen. Wir sind auf die Dynamik angewiesen, die sich im Zusammenspiel der Protagonisten entwickelt. Und die ist leider nicht so ausgeprägt, wie erhofft. Deshalb steht "Newtopia" auch unter Beobachtung.

Exklusiv für Abonnenten

Was Paalzow über das neue Magazin "Unser Tag", die Bedeutung von Eigenproduktionen und die Relevanz von Exzellenz in der Umsetzung sagt, lesen HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

Die Produktion hat ja schon versucht einzugreifen. Hat die anschließende Diskussion darum, wie viel real ist in "Newtopia", dem Format geschadet? Es hat die Quoten kaum beeinflusst, weder nach oben noch nach unten. Wir haben mit "Newtopia" viel gelernt, unter anderem, dass man mit einer faszinierenden Idee ein enormes Interesse und einen hohen Einschaltimpuls erzeugen kann. Das muss man dann allerdings erzählerisch halten. Deshalb ändern die Erfahrungen bei "Newtopia" auch nichts an unserer Grundhaltung: Wir wollen weiter ein mutiger Sender sein, der Neues ausprobiert. Dazu gehört unsere neue werktägliche Serie "Mila" mit Susan Sideropoulos, die im September startet.

Wird "Mila" "Newtopia" ersetzen? Nein, bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich zum genauen Sendeplatz derzeit noch nichts sagen will. Aber wir werden dafür sorgen, dass "Mila" beste Voraussetzungen hat, vom Publikum gefunden zu werden - und gemocht. Es ist eine klassisch romantische Geschichte: Mila ist Anfang 30, Single, arbeitet bei einem Online-Magazin und ist mit ihrem Leben eigentlich sehr zufrieden – bis sie ein Gespräch ihrer Mutter mit ihrer Schwester belauscht und hört, dass ihre Mutter ihr nicht zutraut, den Richtigen zu finden. Das stachelt Milas Ehrgeiz an, bis zur Hochzeit ihrer Schwester in 287 Tagen einen Mann zu finden. pap

Meist gelesen
stats