TV-Programmvorschau So wollen RTL, Sat 1 und Pro Sieben am Donnerstag punkten

Donnerstag, 22. August 2013
"Doc meets Dorf" ist einer von RTLs Hoffnungsträgern (Bild: RTL/Gordon Mühle)
"Doc meets Dorf" ist einer von RTLs Hoffnungsträgern (Bild: RTL/Gordon Mühle)


Heute Abend gilt es: Sowohl RTL als auch Pro Sieben bestücken die Prime-Time am Donnerstag mit hoffnungsvollen neuen Sendungen. RTL hat dabei gleich drei eigenproduzierte Formate im Köcher. Sat 1 hingegen geht mit einer neuen Staffel der altbewährten US-Serie "Criminal Minds" ins Rennen. Was erwartet den Zuschauer und wie stehen die Chancen? Eine Einschätzung.

RTL

"Wir können keine Hits auf dem Reißbrett entwickeln. Wir können nur Voraussetzungen schaffen, Hits zu entdecken, und die sind bei keinem Sender besser als bei RTL", sagte Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann bei der Präsentation bei der Präsentation der Highlights für die kommende TV-Saison. Aus diesem Satz sprach natürlich auch ein wenig die Vorsicht. Denn RTL ist zwar bei der werberelevanten Zuschauergruppe der 14- bis 49-Jährigen immer noch Marktführer, der Senderschnitt von Jahresbeginn bis Ende Juli lag bei 15,1 Prozent Markanteil. Doch mit den jüngsten Quotenentwicklungen - im Juli lag der Schnitt nur noch bei 14,0 Prozent, im August liegt er derzeit noch niedriger - kann und darf RTL nicht zufrieden sein.

Das neue Lineup am Donnerstagabend spielt in der Programmstrategie eine wichtige Rolle. Und dort sollen es nun drei Eigenproduktionen richten: Um 20.15 Uhr macht die Serie "Doc meets Dorf" den Anfang, in der die neurotische Städterin Fritzi Frühling (Inez Bjørg David) ein neues Leben auf dem Land beginnen will. "Schräger Humor, spitze Sprüche und eine umwerfende Hauptdarstellerin" verspricht RTL. Im Anschluss testet Diana Amft in "Christine. Perfekt war gestern!" als eine geschiedene Mittdreißigerin und Mutter ihren ihren Wert auf dem Flirtmarkt. "Sekretärinnen Überleben von 9 bis 5" soll den dann doch sehr comedylastigen Donnerstagabend abrunden.

Ob das Publikum die Neustarts annimmt, wird sich zeigen. Doch selbst wenn es nichts wird: Man muss auch den Mut von RTL loben. Denn natürlich ist es ein gewagtes Unterfangen, einen zuvor hauptsächlich auf die männliche Zielgruppe zugeschnittenen Donnerstag nun komplett auf weiblich zu trimmen - und das auch noch mit ausschließlich deutschen Produktionen. Entsprechend wird man bei RTL kaum ähnlich gute Quoten wie bei "Alarm für Cobra 11" erwarten, das im Frühjahr regelmäßig um die 15 Prozent Marktanteil holte. Besser als zuletzt soll, ja muss es aber schon werden. Dass dies auch die Erwartungshaltung bei RTL ist, zeigt nicht zuletzt die offensive Bewerbung der neuen Formate.
Für Pro Sieben sollen es die "Reality Queens auf Safari" richten (Bild: ProSieben)
Für Pro Sieben sollen es die "Reality Queens auf Safari" richten (Bild: ProSieben)

Pro Sieben

Mit "Got to Dance" haben die Unterföhringer zuletzt am Donnerstagabend einen Achtungserfolg hingelegt. Die Casting-Show kam zum Start auf starke 17,3 Prozent Marktanteil und wartete auch über die folgenden Wochen mit Anteilen jenseits der 15 Prozent auf. Allein: Der Erfolg war nur von kurzer Dauer. Die Nachfolgesendung "Catch The Millionaire" konnte nicht daran anknüpfen und erzielte im Schnitt 11,4 Prozent Marktanteil. Damit landete die Kuppelshow nur knapp über dem diesjährigen Senderschnitt, der in der jungen Zielgruppe bei 11,1 Prozent liegt (Stand: 31.7.2013).

Insofern ist kaum auszurechnen, was mit "Reality Queens auf Safari" möglich ist. Die aus früheren Trash-Formaten zusammengeklaubte Besetzung mit Dschungel-Luder Micaela Schäfer oder Topmodel-Schreck Tessa Bergmeier verspricht natürlich jede Menge Zickenkrieg. Und der kommt, wie man nicht zuletzt von "Germanys Next Top Model" weiß, bei vielen Zuschauern zuerst einmal gut an. Die Frage ist, wie lange. Um eine Ahnung dafür zu entwickeln, was mit in der Wildnis ausgesetzten Schönheiten möglich ist, lohnt ein Blick zu RTL: Dort lief mit "Wild Girls" ein ähnliches Format, dem jedoch nur mäßiger Erfolg bei den Zuschauern beschieden war.
Bei Sat 1 startet mit "Crossing Lines" eine neue US-Serie (Bild: Sat 1)
Bei Sat 1 startet mit "Crossing Lines" eine neue US-Serie (Bild: Sat 1)

Sat 1

Bei den 14- bis 49-Jährigen erzielt Sat 1 in diesem Jahr unter dem Strich 9,2 Prozent Marktanteil. In Worten: Neun Komma Zwei. Dass der Bällchensender am Donnerstagabend mit einer neuen Staffel "Criminal Minds" ins Rennen geht, ist so gesehen nur konsequent. Denn die US-Serie konnte zuletzt regelmäßig aus der mauen Quotenbilanz herausstechen. Damit geht Sat 1 zwar dem Risiko aus dem Weg, das etwa RTL mit seinen Eigenproduktionen eingeht. Andererseits kommen die wahren Hoffnungsträger von Senderchef Nicolas Paalzow etwa mit "Promi Big Brother" ja erst noch.

Und außerdem sollte man nicht vergessen, dass "Criminal Minds" letztendlich Anschubhilfe für "Crossing Lines" sein könnte, das gleich im Anschluss mit einer zweistündigen Pilotsendung startet. Die mit internationalen Stars wie Donald Sutherland besetzte Serie wurde ebenso wie "Criminal Minds" von Edward Allen Bernero geschaffen. Gut möglich also, dass sich die Serie eine ebenso treue Fangemeinde erarbeitet. ire
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