TV-Nutzung On-Demand schließt 2020 zu linearem Fernsehen auf

Dienstag, 10. Oktober 2017
Immer mehr Zuschauer nutzen On-Demand-Angebote
Immer mehr Zuschauer nutzen On-Demand-Angebote
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Anders Erlandsson Ericsson Virtual Reality


On-Demand-Dienste sind auf dem Vormarsch. Bereits in drei Jahren wird international fast genauso viel auf Abruf ferngesehen wie klassisch-linear. Das geht aus dem 8. Consumer Lab TV- und Medienreport von Ericsson hervor. Dabei ist die Nutzung über mobile Endgeräte ein Treiber der Entwicklung: Fast ein Viertel des gesamten TV-Konsums entfällt 2020 auf Smartphones
Laut der Studie zieht die Nutzung von Bewegtbildangeboten über On-Demand-Angebote bis 2020 mit dem klassischen Fernsehen gleich. Auch die Geräte, über die Videoinhalte konsumiert werden, verändern sich: So wächst der TV-und Videokonsum über mobile Endgeräte, also Smartphones, Tablets und Labtops, in den nächsten drei Jahren ebenfalls auf rund 50 Prozent - ein Zuwachs um 85 Prozent seit 2010. Auf das Smartphone entfällt dabei rund die Hälfte der mobilen Nutzung. "Die Endverbraucher konsumieren nicht nur mehr Videoinhalte, es ändern sich auch die Nutzungsgewohnheiten. Das zeigt sich beim seit 2010 ungebrochenen Aufstieg des mobilen Fernsehens", erklärt Anders Erlandsson, Senior Advisor bei Ericsson ConsumerLab. 
Die wichtigsten Zahlen des TV- und Medienreports auf einen Blick
Die wichtigsten Zahlen des TV- und Medienreports auf einen Blick (© Ericsson Consumer Lab)
Mit der zunehmenden Vielfalt der Kanäle und Endgeräte steigt auch der TV-Konsum: Mit rund 30 Stunden pro Woche sehen die befragten Konsumenten so viel Bewegtbildinhalte wie nie zuvor. Dabei bevorzugen mittlerweile 60 Prozent On-Demand-Inhalte. Das entspricht einem Anstieg um 50 Prozent seit 2010. Immerhin zwei von fünf Befragten bezahlen mittlerweile für On-Demand-Dienste.  Angesichts der zunehmenden Menge verfügbarer Inhalte wird die Suche zu einer Herausforderung. Die befragten Konsumenten verbringen pro Tag fast eine Stunde mit der Suche nach Inhalten. 70 Prozent wünschen sich daher eine universelle Suche für alle TV- und Videoangebote. Einer von acht Nutzern fürchtet sogar, sich angesichts der schieren Menge verfügbarer Inhalte künftig überhaupt nicht mehr zurechtzufinden.

Über die Studie

Für seinen TV- und Medienreport führte das Ericsson Consumer Lab 20.000 Online-Interviews in 13 Ländern durch. Befragt wurden Menschen von 16 bis 69 Jahren in Brasilien, Kanada, China, Deutschland, Indien, Italien, Russland, Südkorea, Spanien, Schweden, Taiwan, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Alle Teilnehmer haben zu Hause eine Breitband-Internetverbindung und nutzen Fernsehen oder Video mindestens einmal pro Woche.
Erstmals fragte das Ericsson Consumer Lab in diesem Jahr auch nach dem Interesse an Virtual Reality - und prognositiziert der Technik den baldigen Durchbruch. Bis 2020 werde demnach jeder Dritte VR nutzen. Eine der größten Hürden ist dabei nach wie vor der hohe Anschaffungspreis für das notwendige Equipment: 55 Prozent der Befragten, die sich eine VR-Brille anschaffen wollen, wünschen sich günstigere Headsets. Knapp die Hälfte ist zudem der Meinung, dass es mehr Inhalte geben sollte.

"VR hat das Potenzial, Menschen mit einem tiefergehenden und persönlicheren Medienerlebnis weltweit zusammenzubringen und schafft einen komplementären Medienkonsum. Die Kundenerwartungen an mobiles Fernsehen und On-Demand werden kontinuierlich steigen. Deshalb muss sich die Fernseh- und Medienindustrie auf personalisierte Dienste in bestmöglicher Qualität konzentrieren", analysiert Ericsson-Marktforscher Erlandsson.
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