TV-Kompetenz Medienrat forciert Kennzeichnungspflicht für Scripted Reality

Freitag, 20. September 2013
Unter anderem RTL setzt am Nachmittag auf Scripted Reality
Unter anderem RTL setzt am Nachmittag auf Scripted Reality


Keine Fiktion: Medienkontrolleure konkretisieren ihre Forderung nach einer Regulierung so genannter "Scripted Reality"-Formate im Fernsehen. Hierbei geht es um erfundene Alltagsreportagen, in denen Laiendarsteller nach Drehbuch agieren - wodurch die Inhalte oft noch dramatischer, weil scheinbar authentisch, wirken als etwa bei Doku-Soaps.
Nach einem entsprechenden Vorstoß im Sommer fordert der Medienrat der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) nun von der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten, noch im November eine "sinnvolle" Kennzeichnungspflicht für "Scripted Reality"-Formate zu beschließen. Die Hamburger wollen, dass TV-Sender diese Sendungen künftig "einheitlich und deutlich wahrnehmbar" im Vor- und Nachspann kennzeichnen.

Sollten die Sender dieser Aufforderung nicht auf freiwilliger Basis nachkommen, will die MA HSH den Gesetzgeber bitten, eine entsprechende Regelung im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag aufzunehmen. "Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es oft schwer, fiktive von realen Elementen zu unterscheiden", sagt Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der MA HSH: "Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass es in der Folge zu langfristigen Veränderungen in Hinblick auf Einstellungen, Weltbilder und Normalitätsvorstellungen bis hin zur Übernahme von Deutungsmustern und Vorurteilen kommen kann." rp
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