TV-Gipfel beim Innovationstag Von gutem Programm und leichter Unterhaltung

Mittwoch, 25. September 2013
RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger (l.) und Moderator Daniel Hartwich
RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger (l.) und Moderator Daniel Hartwich


Innovation ist fürs Fernsehen überlebenswichtig, deswegen gab es auf dem Innovationstag von Serviceplan auch ein TV-Panel: "Leichte Unterhaltung - schwere Arbeit" lautete das Thema, zu dem sich Tom Sänger und Daniel Hartwich gemeinsam auf der Bühne einfanden. Der Head of Show & Daytime bei RTL und der Moderator des RTL-Schwergewichts "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" waren sich einig: Im Umgang mit TV-Unterhaltung fehlt es den Deutschen an Lockerheit.

Sänger und Hartwich über... Gutes Programm:

Ein wirkliches Erfolgsgeheimnis gebe es nicht, so Sänger: "The rule is: There is no rule." Wobei, ein paar Richtlinien nannte er dann doch: Alleinstellungsmerkmale schaffen, ausgetretene Pfade verlassen, überraschen: "Wir müssen Muster durchbrechen, weil wir sonst nicht mehr unique sind." Dabei sei es ratsam, einzelne Leuchttürme zu setzen, die das restliche Programm mit ausleuchten könnten. Die Schwierigkeit bestehe darin, möglichst einzigartig zu sein, ohne zu große Teile des Publikums auszuschließen. Sprich: "Nicht alle Ecken und Kanten wegnehmen, nicht jede Spitze abschleifen, denn sonst ist das Programm nicht griffig genug." Dazu braucht es Mut - der Trend in der Branche strebe dem leider entgegen, sagt Sänger, der eine "Wasch mir den Pelz, aber macht mich nicht nass"-Haltung bei vielen Sendern ausmacht.

TV-Unterhaltung:

Hier macht Sänger ein sehr deutsches Phänomen aus: Hierzulande werde TV-Unterhaltung sehr ernst genommen. "Die Deutschen gehen nach meinem Eindruck mit leichter Unterhaltung überhaupt nicht leicht um", so Sänger. Das sieht Hartwich verständlicherweise ähnlich - immerhin hat er in diesem Jahr selbst erlebt, mit welchen Vorbehalten gerade das Dschungelcamp zu kämpfen hat - sowohl beim Feuilleton als auch seit einiger Zeit im Netz. "Vielleicht ging es früher in der Welt etwas weniger missgünstig zu", vermutet Hartwich.

Einschaltquoten:

"An der Quote kommt man nicht vorbei", sagt Hartwich. Ihm gehe es noch immer so, dass er beim Morgenkaffee ungeduldig auf die Einschaltquoten vom Vortag warte. Sänger pflichtet dem Moderator in diesem Punkt bei: "Man ist darauf konditioniert und wird darin auch nicht mehr locker."

Das kommende Dschungelcamp:

Hier blieb die Überraschung aus: Den Abschluss der Runde bildete Sängers Frage an Hartwich, wen er gerne beim nächsten Dschungelcamp sehen wolle. Der Moderator antwortete prompt: "Rösler, Brüderle, Westerwelle..." Das war zwar ein Scherz - aber vorhersehbar war es eben auch. ire
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