TV-Gelder Fußball-Bundesliga nimmt Stellung zu angeblichem "Geheimplan"

Freitag, 12. Februar 2016
Der Fußball-Bundesliga stehen angeblich gravierende Reformen ins Haus
Der Fußball-Bundesliga stehen angeblich gravierende Reformen ins Haus
Foto: DFL
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In ihrer Freitags-Ausgabe berichtet die "Bild" über einen angeblichen Geheimplan der Fußball-Bundesliga, die Liga neu auszurichten. Wie die Boulevardzeitung tönt, handelt es sich dabei um nichts anderes als eine "Fußball-Revolution". Ein Punkt der Agenda betreffe demnach die Verteilung der TV-Gelder. Nun hat der Ligaverband zu dem Thema Stellung bezogen.
Laut "Bild" fußt der Plan auf einer Initiative von Schalke-Vorstand Peter Peters, der auch Vizepräsident des Ligaverbands ist, um die Bundesliga insgesamt wettbewerbsfähiger zu machen. Das Papier besteht demnach aus drei Säulen: Säule eins betrifft eine Reorganisation des DFB-Pokals, die zweite schlägt eine Reformierung der Strukturen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor. Säule drei behandelt derweil die Verteilung der TV-Gelder zwischen erster und zweiter Bundesliga. Dieses Thema beschäftigt die Deutsche Fußball Liga (DFL) derzeit besonders intensiv, steht im Frühjahr doch die Vergabe der Medienrechte ab der Saison 2017 an. Bis zur EM im Juni soll der Prozess abgeschlossen seinDerzeit erhält die Bundesliga aus den nationalen Medienrechten im Schnitt 628 Millionen Euro pro Jahr. In dem von "Bild" veröffentlichten Vorschlag werden drei Szenarien entworfen, sollten die TV-Erlöse wie von der Liga erhofft ab 2017 auf mindestens 1 Milliarde Euro pro Jahr steigen: Die zweite Bundesliga erhält 20 Prozent der Einnahmen ("Bild" nennt dieses Szenario "eher unwahrscheinlich"), der bisherige Anteil der zweiten Bundesliga von 142 Millionen Euro pro Jahr wird eingefroren oder sie erhält eine lfexible Beteiligung an den TV-Einnahmen, aber nie weniger als 15 Prozent. Dieser Fall sei laut "Bild" "sehr wahrscheinlich".

Noch am Freitagvormittag bezog der Ligaverband, die Dachorganisation der 36 Bundesliga-Vereine und ihrer Kapitalgesellschaften, Stellung zu dem angeblichen Geheimpapier. Dabei handele es sich um "Unterlagen eines von Schalke 04 initiierten unverbindlichen Gedankenaustauschs von 16 Bundesligisten mit Blick auf die mittel- und langfristige Entwicklung des deutschen Profi-Fußballs." Konkrete Handlungsanweisungen seien nicht Ziel des Austauschs gewesen.

Zum Thema TV-Gelder liest sich die Stellungnahme wie folgt: "Die endgültige Entscheidung über das künftige Verteiler-Modell ab der Saison 2017/18 trifft satzungsgemäß der Ligavorstand unter Berücksichtigung zahlreicher Aspekte definitiv erst nach Beendigung der TV-Ausschreibung frühestens im Sommer 2016." Das Statement beinhaltet auch ein Zitat des von der "Bild" ebenfalls zitierten Schalke-Vorstands Peters: "Tenor des Treffens war es nicht, die Solidarität zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga grundsätzlich in Frage zu stellen. Die 16 Clubs haben zudem weniger über dieses Thema diskutiert als über zusätzliche Kriterien, die neben dem sportlichen Erfolg bei der Verteilung eine Rolle spielen könnten. Hierzu wollen einige Clubs Vorschläge erarbeiten, wie zum Beispiel Fanbasis, Pay-TV-Abonnenten o.ä. berücksichtigt werden könnten." ire
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