Super Tuesday Wie John Oliver den Mythos Donald Trump demontiert

Dienstag, 01. März 2016
John Oliver disst Donald Trump
John Oliver disst Donald Trump
Foto: HBO / Screenshot Youtube

Heute ist ein richtungsweisender Tag im Vorwahlkampf um das Präsidentenamt der USA: In zwölf Staaten wird gewählt, es geht um hunderte Delegierte. Erweisen sich die Prognosen als richtig, wird danach nicht mehr viel zwischen Donald Trump und seiner Kandidatur um die Präsidentschaft stehen. Zeit für Late-Night-Showmaster John Oliver, nicht länger zu schweigen.
In seiner Sendung "Last Week Tonight", die auf HBO ausgestrahlt wird, hatte Oliver Trump bislang weitestgehend ignoriert - getreu dem Motto: "Don't feed the Trolls". Und zwar nicht nur, weil Trump jedes Mal, wenn er seinen Namen höre, einen krachenden Orgasmus bekäme, wie Oliver sagt. Dieser Mann sei jetzt, da er in den Prognosen vorne liege, schlicht und einfach nicht mehr zu ignorieren: "Donald Trump ist der Leberfleck auf Amerikas Rücken", echauffiert sich Oliver. "Vor ein paar Jahren sah er noch harmlos aus, aber jetzt ist er auf eine erschreckende Größe gewachsen." In den folgenden 20 Minuten zerlegt Oliver Trump nach allen Regeln der Kunst. Er legt dar, dass Trump anderen gerne mit Klagen droht, seinen Worten jedoch noch nie Taten folgen ließ. Ebenso zeigt Oliver auf, dass Trump bei der Berechnung seines Vermögens - er behauptete, es seien 10 Milliarden US-Dollar - recht "großzügig" vorgeht und die Unwahrheit sagte, als er behauptete, er kenne David Duke nicht. Duke war Mitglied der rassistischen Vereinigung Ku-Klux-Klan und hatte Trump seine Unterstützung angeboten.
Olivers Fazit: Trump dürfe gerne behaupten, dass er heute anders denke über Dinge, die er in der Vergangenheit gesagt habe. Es sei nichts Falsches daran, wenn ein Mensch seine Meinung ändere. "Aber wenn er am 20. Januar 2017 als Präsident vereidigt werden sollte, wird seine Meinung zählen. Und wir werden uns an dieses Datum erinnern. Denn das wird der Tag sein, an den Zeitreisende zurückkehren, um die ganze Sache zu verhindern!", so Oliver - und damit dürfte der Showmaster wohl vielen Menschen aus der Seele sprechen, nicht nur in Amerika.

Der Clou kommt jedoch am Ende: Trumps ganzer Erfolg gründe sich auf seinen Namen, erklärt Oliver. Dabei habe seine Familie einst einen anderen Namen getragen. Das ganze mündet in der Hashtag-Kampagne #MakeDonaldDrumpfAgain und der Website donaldjdrumpf.com. ire
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