Süchtig machende Serien Fox und Vodafone lassen Hirnströme von Serienfans messen

Mittwoch, 11. Dezember 2013
Eine der Studienteilnehmerinnen im Labor (Bild: Fox International Channels)
Eine der Studienteilnehmerinnen im Labor (Bild: Fox International Channels)


Was passiert in unserem Körper, wenn wir unsere Lieblingsserien sehen? Dieser Frage sind der Pay-TV-Sender Fox und Vodafone nachgegangen: Im Auftrag des Seriensenders und des Telko-Riesen untersuchte die Apacher Forschungseinrichtung Neuromarketing Labs, welche Körperfunktionen beim Anschauen von Serie wie "The Big Bang Theory", "Breaking Bad" oder "The Walking Dead" stimuliert werden. Die vielleicht überraschendste Erkenntnis: Dreht man dem Serienfan seine Lieblingssendung ab, reagiert er darauf mit Entzugserscheinungen. Bei den Probanden traten dann Symptome wie Schweißausbrüche oder sinkende Körpertemperatur auf. Ebenso nahmen die Teilnehmer beim Entzug einer Serie einen tiefen Atemzug und hielten den Atem dann an. Nicht nur bei Fox, das zahlreiche US-Serienhits im Portfolio hat, wird man diese Botschaft mit Interesse vernehmen. Denn auch Vodafone bietet mit Vodafone TV ein eigenes TV-Paket an.

Insgesamt wurden 74 Personen im Alter zwischen 18 und 47 Jahren aus dem deutschsprachigen Raum darauf untersucht, wie sie auf 15 von den Probanden genannten Serien reagierten. Diese waren: "The Walking Dead", "Doctor Who", "Big Bang Theory", "Game of Thrones", "Breaking Bad", "CSI: Miami", "CSI", "NCIS", "The Vampire Diaries", "Magnum", "Ein Colt für alle Fälle", "Grey s Anatomy", "Boston Legal", "Dexter", "How I Met Your Mother". Die Studienleiter untersuchten dabei den Herzschlag, die Hirnströme, die Hirndurchblutung, den Hormonspiegel, die Hauttemperatur, die Atemfrequenz und die Augenbewegungen der Probanden.

Dabei wollen die Forscher beobachtet haben, dass die Teilnehmer auf Szenen ihrer Lieblingsszenen mit erhöhter Schweißbildung, Herzklopfen und schnellerer Atmung reagierten. Insbesondere, wenn die Lieblinsgfigur des Zuschauers die Szenerie betrat, reagierten die Teilnehmer heftig. Die stärksten Reaktionen riefen dabei die Serienfiguren Sheldon (The Big Bang Theory), Daryl ("The Walking Dead") und Damon aus ("Vampire Diaries") hervor.

Ungeliebte Serien hingen ließen die Teilnehmer völlig kalt - selbst wenn die Handlungen turbulent waren. Daraus schließt Studienleiter Kai-Markus Müller, dass es keine Serien gebe, "die man hasst." Des Weiteren geht aus der Studie hervor, dass Serienfans Charaktere mit Ecken und Kanten bevorzugten sowie Emotionen wie Gefahr und Angst, was die Forscher als die Suche nach einem Kontrastprogramm zum Alltag interpretieren.

Eine Messung der Augenbewegungen habe außerdem ergeben, dass Serienfans zunächst fast ausnahmslos auf die Augen oder den Mund der Darsteller blickten. "Was am Rande dieser Augenblicke geschah, hatte für sie im ersten Moment kaum Relevanz", so die Autoren. "Erst im Anschluss zeigten sie Reaktionen auf sexuelle Stimuli wie ein tiefes Dekolleté oder auch auf Gewaltszenen." ire
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