Studie von Deepblue Networks Bundesliga-Vereine performen schwach im Netz

Dienstag, 20. August 2013
So sieht die digitale Tabelle der Fußball Bundesliga aus (Bild: Deepblue Networks)
So sieht die digitale Tabelle der Fußball Bundesliga aus (Bild: Deepblue Networks)

"Müdes Gekicke, unkreatives Spiel, langes Anstehen" - kann so eine Zustandsbeschreibung der Fußball-Bundesliga lauten, die in der jüngeren Vergangenheit landesweit und auch international die Massen begeisterte? Sehr wohl, wenn man die Performance der Bundesligisten im Netz betrachtet. So lautet das Ergebnis einer Studie der Hamburger Agentur Deepblue Networks, die den digitalen Gesamtauftritt der 18 Vereine der Ersten Bundesliga analysiert. Fazit: Wie schon auf dem Rasen ist auch im Netz der FC Bayern München das Maß aller Dinge. Der Rekordmeister punktet etwa mit einer hohen Nutzerfreundlichkeit seiner Webseite, gelungenem Content-Marketing durch das eigene soziale Netzwerk MyFCB sowie mit einer vorbildlichen Einbeziehung des Sponsors Adidas, etwa durch die Aktion "Liadl fürs Leiberl". Damit platzieren sich die Bayern in der digitalen Tabelle vor dem großen Rivalen Borussia Dortmund und vor Schalke 04. Auf den Abstiegsplätzen liegen die TSG Hoffenheim, der 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt. Die Überraschungsmannschaft ist Eintracht Braunschweig: "Der Aufsteiger macht gerade im Social Media-Bereich von sich reden und beweist, dass wenig Budget kein Hindernis sein muss. Bei den Erfolgszahlen auf Facebook und Twitter kann der Liganeuling mit den Großen locker Schritt halten", resümiert Deepblue Networks.

Die Erkenntnisse der Studie im Einzelnen: Viele Vereine vergeben in den sozialen Medien eine große Chance, indem sie nur selten auf die Profile ihrer Spieler verweisen. Auch die Interaktion mit den Fans via Twitter lässt zu wünschen übrig. Das gleiche Bild auf Technik-Seite: Kurze Ladezeiten, Content-Management-Systeme zur flexiblen Einbindung von Inhalten, Mobile-Optimierung und nutzerfreundliche Suchfunktionen - was den technischen Stand ihrer Webseiten angeht, kommt laut Agentur kein Verein an die Marktstandards heran. Im Bereich Content hingegen bewiesen zahlreiche Vereine Spielwitz. Stringente Markenführung beweist etwa Borussia Dortmund, indem der Claim "Echte Liebe" regelmäßig öffentlich mit Leben gefüllt wird. Im Bereich Digital Sponsoring sieht es hingegen wieder mau aus: Außer Bayern München nutze "kein Verein die Kraft der gemeinsamen Kommunikation von Sponsor und Club und lässt die Partner auf Bande und Trikot verhungern", so das Fazit von Deepblue.

Oliver Drost ist Managing Creative Director bei Deepblue Networks (Bild: Agentur)
Oliver Drost ist Managing Creative Director bei Deepblue Networks (Bild: Agentur)
Bewertungskriterien für die Studie waren die technischen Gegebenheiten und die Benutzerfreundlichkeit der Vereins-Webseiten, die Positionierung der Marke und das Niveau der Inhalte sowie die Aufbereitung und der Erfolg in den unterschiedlichen digitalen Kanälen. Auch die Einbindung der Sponsoren in die digitale Kommunikation spielte eine Rolle. In 15 einzelnen Bewertungskriterien konnten dabei bis zu 75 Punkte gesammelt werden. Um in der digitalen Bundesliga mitzuspielen, braucht eine Mannschaft 30 Punkte. 13 Vereine schaffen diese Hürde nicht. "Fussballerisch ist die Liga Weltklasse, digital ist sie noch himmelweit vom Champions-League-Niveau entfernt. Da müssen die Vereine und Sponsoren deutlich mehr tun", sagt Oliver Drost, Managing Creative Director bei Deepblue Networks.

Welche Handlunsgempfehlungen Deepblue Networks für die Vereine bereit hält sowie weitere Insights zur Studie gibt es unter bundesliga.db-n.com. ire
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