Studie von Adblock Plus "Dezente" Werbung funktioniert besser

Mittwoch, 30. April 2014
Die Werbewahrnehmung wurde per Eyetracking untersucht
Die Werbewahrnehmung wurde per Eyetracking untersucht


Statische Werbeformen erzielen in mehrfacher Hinsicht bessere Ergebnisse als aufdringliche, animierte Banner. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Absender ist Adblock Plus, Anbieter des ebenso beliebten wie bei Vermarktern umstrittenen Werbeblockers.
Laut der von Adblock Plus gemeinsam mit dem Medientechnologieunternehmen Sticky durchgeführten Studie schneiden statische Werbeformen in vielerlei Hinsicht besser ab als vermeintlich aufdringliche, animierte Onlinewerbung. So seien statische Anzeigen unter anderem leichter zu verstehen und führen zu einer um 76 Prozent besseren Markenwahrnehmung als animierte Werbung. Auch die Click-Trough-Rate ist bei statischer Werbung laut der Untersuchung deutlich höher: So würden 31 Prozent der Befragten eher auf statische Banner klicken, während lediglich 26 Prozent animierte Anzeigen bevorzugen.

Die Studie

Für die Eyetracking-Studie von AdBlock Plus und Sticky wurden 1200 Usern statische und animierte Anzeigen auf einfach gestalteten und überladenen Webseiten gezeigt und dabei die Augenbewegungen der Probanden aufgezeichnet. Im Nachhinein wurden die Teilnehmer außerdem zu ihrer Meinung zu den Webseiten und den Anzeigen befragt. Alle Ergebnisse der Studie gibt es im Blog von Adblock Plus.

Außerdem untersuchte Adblock Plus den Einfluss des Umfelds auf die Werbewirkung. Demnach erzielt Werbung auf übersichtlichen Webseiten durchweg bessere Leistungswerte als auf überladenen Seiten: So werden Anzeigen auf übersichtlichen Websites fast doppelt so oft angesehen und drei Mal so schnell wahrgenommen. Außerdem wurden Anzeigen auf aufgeräumten Seiten als deutlich sympathischer bewertet, auf unübersichtlichen Seiten sank auch die Wiedererkennung einer Marke um 36 Prozent.

"Die Ergebnisse senden die eindeutige Nachricht an die Webseitenbetreiber, dass Leser nicht unter Reizüberflutung durch überladene, blinkende und unübersichtliche Webseiten leiden wollen", kommentiert Till Faida, Mitgründer von Adblock Plus. "Wir setzen uns seit zwei Jahren für einfachere und bessere Werbung ein. Die Studienergebnisse beweisen, dass respektvolle Onlineanzeigen überladene Webseiten in ihrer Wirksamkeit deutlich übertreffen." Wenig überraschend stützen die Ergebnisse auch die von Adblock Plus definierten Richtlinien für "akzeptable Onlinewerbung".

Der Anbieter des Werbeblockers Adblock Plus sieht sich aktuell erneut heftiger Kritik vonseiten mehrerer Vermarkter ausgesetzt. Dabei geht es nicht nur um den Werbeblocker selbst, der den Online-Vermarktern naturgemäß ein Dorn im Auge ist, sondern auch um die Möglichkeit, den Werbeblocker gegen bare Münze zu umgehen. Unter anderem Google und Amazon bezahlen für die Freischaltung ihrer Werbung. "Adblock Plus verdient also ebenfalls daran, Werbung zu zeigen - und nicht etwa sie zu blockieren. Ich halte das für einen Missbrauch unseres Geschäfts", sagte Thomas Port, Geschäftsführer von Seven-One Media kürzlich im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 16/2014).

Der Vermarkter von Pro Sieben Sat 1 hat daher in dieser Woche eine Aufklärungskampagne im Internet gestartet: Christoph Maria Herbst alias Bernd Stromberg fordert Besucher von Websites wie ProSieben.de oder Sat1.de in Spots dazu auf, Abblocker abzuschalten. Allerdings belässt es Seven-One Media nicht bei Appellen an die Vernunft der User, sondern prüft derzeit auch rechtliche Schritte gegen Adblock Plus. dh
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