Studie der Uni Hamburg Digitale Kioske sind Konkurrenz für andere Bezahlangebote

Donnerstag, 02. März 2017
Der Online-Kioske Blendle ging 2014 an den Start
Der Online-Kioske Blendle ging 2014 an den Start
Foto: Blendle

Digitale Kioske sind eine Konkurrenz für andere journalistische Bezahlangebote im Internet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Hamburg und Groningen, die erst im Mai veröffentlicht werden soll. Dafür wurden 1923 Online-Nachrichtenleser befragt. Die Befragten stehen digitalen Kiosken wie Blendle oder Pocketstory insgesamt positiv gegenüber: Auf einer Skala von 1 bis 7 bewerteten sie solche Angebote im Schnitt mit 5,4, sagte Petra Schulz am Donnerstag, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Marketing der Uni Hamburg an der Studie beteiligt ist.

Vor allem bei den Befragten, die bereits kostenpflichtige journalistische Angebote nutzen, ist die Bereitschaft, einen Online-Kiosk zu nutzen, erkennbar: 30 Prozent von ihnen würden sich für eine Basis-Flatrate entscheiden, 37 Prozent für eine Premium-Flatrate, die eine werbungsfreie Nutzung, das Herunterladen von Texten und Personalisierung des Angebots ermöglicht. 

Ganz anders sieht es bei denjenigen aus, die für journalistische Angebote auch anderswo nicht zahlen: Nur etwa 1 Prozent sei in diesem Fall bereit, Geld an einem Digitalkiosk auszugeben, sagte Schulz. Das sei nahezu aussichtslos. Die Befragung lege nahe, dass Verlage Bezahlkunden an digitale Kioske verlieren, die journalistische Inhalte verschiedener Zeitungen und Magazine bündeln und sie einzeln zum Verkauf anbieten, so Projektleiter Michel Clement. Dagegen gelinge es nicht, Leser, die umsonst die werbefinanzierten Online-Angebote der Zeitungen nutzen, in Kunden journalistischer Bezahlmodelle umzuwandeln. "Apps wie Blendle oder Pocketstory kannibalisieren so die traditionellen Bezahlangebote der Verlage", lautet Clements Schlussfolgerung. dpa

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