Studie Vertrauen in Medien erreicht neuen Höchststand

Mittwoch, 05. Juli 2017
Das Vertrauen in Medien ist insgesamt wieder gestiegen
Das Vertrauen in Medien ist insgesamt wieder gestiegen
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Die Medien haben ihre angebliche Vertrauenskrise überwunden. Laut einer Studie der Universität Würzburg hat das Vertrauen der Deutschen in Presse, Fernsehen und Radio sogar einen neuen Höchststand erreicht. Ein Grund: Vor allem bei rechtsgerichteten Menschen ist das Vertrauen in die Medien deutlich angestiegen. 
Insgesamt gaben im vergangenen Jahr 55,7 Prozent der Befragten an, dass sie der Presse vertrauen - ein Anstieg um ganze zehn Prozentpunkte. Das Vertrauen in das Fernsehen stieg um rund 5 Prozentpunkte auf 60,5 Prozent, das Radio ist mit 67,8 Prozent (+7 Punkte) aus Sicht der Deutschen das vertrauenswürdigste Medium.  "Der angeblich massive Vertrauensverlust ist ein Mythos - leider mit weitreichenden Folgen. Die Journalisten waren extrem verunsichert", erklärt Studienautor Kim Otto, der neben seiner wissenschaftlichen Arbeit selbst als Journalist tätig ist, im "Medium Magazin".
Das Vertrauen in die Presse hat einen neuen Höchststand erreicht
Das Vertrauen in die Presse hat einen neuen Höchststand erreicht (Bild: Uni Würzburg)
Einer der Hauptgründe für das wieder gestiegene Vertrauen in die Medien sind signifikant bessere Umfrageergebnisse in bestimmten Bevölkerungsgruppen. So war das Vertrauen 2015 vor allem bei jungen Menschen, Ostdeutschen und Menschen mit eher rechtsgerichteten Einstellungen stark gesunken - unter anderem durch die Pegida-Demonstrationen und "Lügenpresse"-Vorwürfe.

Nach Einschätzung von Otto ist die Strategie der Medien, die AfD durch eine inhaltliche Auseinandersetzung zu entzaubern, ein Stück weit aufgegangen. So treten Vertreter der AfD regelmäßig in politischen Talkshows auf, auf der anderen Seite hat die Medienpräsenz der Pediga-Demonstrationen deutlich abgenommen. So kletterte das Vertrauen der Menschen im rechten politischen Spektrum in die Presse immerhin auf 51 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Wert noch ganze 18 Prozentpunkte niedriger.

Grundlage der Studie sind Daten aus dem jährlichen Eurobarometer, das von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wird. In Deutschland befragte TNS Infratest 2016 in zwei Wellen rund 1500 EU-Bürger. Mehr Informationen zu der Studie gibt es auf der Website der Universität Würzburgdh
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