Studie Twitter verliert bei News-Verbreitung an Bedeutung

Donnerstag, 18. Februar 2016
News werden über Twitter nicht mehr so häufig gezwitschert
News werden über Twitter nicht mehr so häufig gezwitschert
Foto: Twitter

Die Vögel zwitschern leiser. Wenn es um die Verbreitung von Nachrichten über soziale Netzwerke geht, dann spielt Twitter eine immer geringere Rolle. Das zumindest wollen Forscher der Technischen Universitäten Darmstadt und Dresden jüngst herausgefunden haben. Während Facebook hinzugewinnt, bleibt Google+ weiter unbedeutend.
Für die Untersuchung haben die Darmstädter Wissenschaftler die Artikel von 15 Nachrichtenseiten im Internet berücksichtigt. Das sind bild.de, Bunte, Chip, FAZ, Focus, Handelsblatt, Heise, N-TV, Spiegel, Sport1, Stern, Süddeutsche, Tagesschau, Welt und Zeit. Für das Jahr 2015 gingen 487.000 Artikel in die Studie ein. Zusammen wurden sie etwa 123 Millionen Mal geteilt, 116,7 Millionen Mal über Facebook geliked, 4,3 Millionen Mal getweetet und 2,8 Millionen Mal über Google+ verbreitet. Betrachtet man die einzelnen Plattformen, ist zu beobachten, dass Twitter an Bedeutung verliert. Nur noch etwa 3,5 Prozent aller gemessenen Artikel wurden im vergangenen Jahr über den krisengebeutelten Kurznachrichtendienst geteilt. 2014 waren es noch 6,9 Prozent. Facebook hat seinen Anteil im Verlauf der letzten Jahre steigern können. Wurden 2012 "nur" 79,8 Prozent aller News-Beiträge über Mark Zuckerbergs Plattform verbreitet, so sind es 2015 mittlerweile starke 94 Prozent. Durch den jüngst bekannt gegebenen Start von Facebooks Instant Articles für alle Publisher könnte diese Marktmacht noch weiter an Fahrt gewinnen. Google+ spielt mit aktuell 2,3 Prozent keine gewichtige Rolle.

Verbreitung von Spiegel.de-News 2015

Quelle: (TU Darmstadt)
Wie schnell sich die Kräfteverhältnisse wandeln, zeigen die Forscher etwa am Beispiel von Spiegel Online (siehe Grafik). 2013 wurden noch 13 Prozent aller "SPON"-Beiträge über Twitter verbreitet, 2015 waren es nur noch 6 Prozent. Bei der in der Regel technik-affinen Leserschaft von Heise.de ist dieser Rückgang (2012:57 Prozent; 2015: 5 Prozent) sogar noch deutlicher.

Die komplette Studie ist hier nachzulesen. ron
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