Studie Schon jeder vierte Radio-Abruf erfolgt über mobile Geräte / Werbeerlöse steigen

Mittwoch, 10. Juli 2013
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Während die Anzahl der Webradiosender seit dem Höchstwert im Jahr 2011 mit nun 2.851 Internetradioangeboten in Deutschland leicht rückläufig ist, nehmen die Abrufzahlen insgesamt weiter zu. Dabei sind auch 2013 mobile Endgeräte der wichtigste Treiber für die Webradionutzung. Erfolgte 2012 erst jeder sechste Abruf über Smartphone oder Tablet, ist es heute bereits jeder vierte. Zu diesen Ergebnissen kommt der BLM-Webradiomonitor 2013, den die Unternehmensberatung Goldmedia im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erarbeitet hat. Der Webradiomarkt professionalisiert sich zunehmend, verzeichnet aber zugleich auch weiterhin hohe Fluktuationen, so die Autoren: Rund 550 neue Angebote zählen sie im Vergleich zum letzten Jahr. Mehr als 700 Webradios wurden in der gleichen Zeit eingestellt, fast alle waren Online-Only-Anbieter. Gegenüber dem Webradiomonitor 2012 gab es bei den Angeboten insgesamt einen leichten Rückgang von fünf Prozent.

Die Submarken der UKW/DAB-Sendergruppen generierten 2013 mit durchschnittlich rund 40.000 Abrufen pro Stream und Tag die weitaus höchsten Abrufzahlen. UKW-Simulcast- und Online-Only-Sender befinden sich mit rund 22.000 täglichen Abrufen auf gleichem Niveau, wobei letztere seit 2012 stärker zugelegt haben. "Perspektivisch werden bei allen Webradioanbietern stationäre Abrufe zunehmend über Aggregatoren und Social-Media-Plattformen stattfinden", heißt es.

Webradiowerbung ist weiter gewachsen - wenn auch auf niedrigem Niveau. Der Webradio-Nettowerbemarkt ist 2012 laut Studie auf 16,3 Millionen Euro (2011: 14,1 Millionen Euro) angestiegen, das sind plus 15,6 Prozent. Diese Wachstumsrate prognostizieren die Anbieter selbst und im Rahmen der Studie interviewte Branchenexperten auch für die folgenden Jahre. Derzeit finanzieren sich zwei von fünf Webradios (43 Prozent) mindestens zum Teil über Werbung. Die Werbeauslastung sei für den Großteil der Anbieter (82 Prozent) allerdings "noch immer nicht zufriedenstellend".

Erstmals untersuchte die Studie auch die Programmstruktur der Webradioprogramme. So liegt der Musikanteil bei Online-Only-Programmen mit 82 Prozent wesentlich höher als bei Online-Programmen der UKW/DAB-Marken. Dafür bieten diese einen höheren Anteil an Nachrichten und redaktionellen Beiträgen sowie ebenso mehr Werbung. Inzwischen stellt auch jedes fünfte Webradio Video-Inhalte zum Abruf auf der eigenen Homepage bereit, mehr als 80 Prozent davon sind eigenproduziert. Und knapp die Hälfte aller Webradios hat mittlerweile eine mobile App oder eine mobil-optimierte Website. UKW/DAB-Radioanbieter sind hier weit vorn: Schon 81 Prozent ermöglichen die Nutzung über mobile Wege. "Bis 2015 wird sich die mobile Nutzung zugunsten der App weiter verschieben", so die Autoren.

Der Webradiomonitor 2013 erscheint seit 2009 zum fünften Mal in Folge. Die Analyse basiert auf einer Primärdatenerhebung mittels Befragung aller deutschen Webradio-Anbieter von Mai bis Juni 2013. Erfasst wurden alle Online Only-Webradios, die ausschließlich im Internet zu empfangen sind, Live-Streams der UKW-Radio-Sender (UKW-Simulcasting), die Online-Submarken der UKW/DAB-Sendermarken sowie die wachsende Gruppe personalisierter Musik-on-Demand-Streaming-Dienste. hor
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