Studie Facebook löst Google als wichtigsten Traffic-Lieferanten ab

Mittwoch, 19. August 2015
Facebook wird dank Produkten wie Instant Articles zur wichtigsten Traffic-Quelle im Netz
Facebook wird dank Produkten wie Instant Articles zur wichtigsten Traffic-Quelle im Netz
Foto: Facebook

Lange galt Suchmaschinen-Optimierung als die Königsdiziplin zur Steigerung des Online-Traffics für redaktionelle Websites. Mittlerweile macht Facebook Google den ersten Rang als Traffic-Lieferant streitig. Das geht einer aktuellen Erhebung von Parse.ly hervor.
So steuerten soziale Netzwerke im Zeitraum von Mai bis Juli 43 Prozent des Traffics auf den von Parse.ly betreuten Websites bei, wobei Facebook daran den mit Abstand größten Anteil hat. Google (inklusive Google News) sorgte im selben Zeitraum dagegen nur für 38 Prozent des Traffics in dem Parse.ly-Netzwerk. Andere Quellen wie Yahoo, Bing, Twitter oder Aggregatoren spielen nur eine vergleichsweise geringe Rolle als Traffic-Lieferanten. Seit Anfang 2014 hat Facebook seinen Anteil am gesamten Traffic redaktioneller Websites mehr als verdoppelt.
Facebook hat Google als Traffic-Lieferant überholt
Facebook hat Google als Traffic-Lieferant überholt (Bild: Parse.ly)
Der Traffic über Search habe offensichtlich eine Wachstumsgrenze erreicht, während die Wachstumskurve von Facebook weiter eindeutig nach oben zeigt, sagte der Chief Technical Officer von Parse.ly, Andrew Montalenti, gegenüber Fortune.com. Der CTO weist zwar darauf hin, dass die Zahlen nicht für den gesamten News-Traffic im Netz gelten - zum Netzwerk von Parse.ly gehören aber immerhin 400 Nachrichtenseiten, darunter reichweitenstarke Angebote wie Wired, The Atlantic, The Daily Telegraph, Mashable und Business Insider. Der Trend in Richtung Facebook bei den von Parse.ly betreuten Angeboten dürfte daher durchaus repräsentativ sein. Zumal andere Analyse-Anbieter wie Chartbeat eine ähnliche Entwicklung beobachten: Vor allem bei den großen News-Sites werde der Traffic über Facebook immer wichtiger, sagte Chartbeat-CEO Tony Haile gegenüber Fortune.com. Im gesamten Netzwerk von Chartbeat liegt der Traffic-Anteil von Facebook nur bei einem Drittel der Seiten über dem von Google. Bei den Top 20 Prozent der Websites bekommt allerdings rund die Hälfte der Angebote mehr Traffic über Facebook als über Google.

Der Suchmaschinenanbieter hat zu dieser Entwicklung womöglich selbst beigetragen, vermutet Parse.ly-CTO Montalenti: Während Google den Publishern früher die Schlagworte geliefert hat, die für den meisten Traffic gesorgt haben, stellt das Unternehmen diese Informationen nun nicht mehr zur Verfügung. Die steigende Bedeutung von Facebook stelle die Publisher aber ebenfalls vor neue Herausforderungen: Auch der Facebook-Algorithmus sei für viele Medienanbieter eine Black Box. dh
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