Streit um Sky-App DFL spricht Machtwort

Donnerstag, 08. August 2013
Zankapfel: Die App von Sky Sport News HD
Zankapfel: Die App von Sky Sport News HD

Der Freitag Abend dürfte spannend werden. Gemeint ist nicht nur die Bundesliga-Eröffnungspartie zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach, sondern auch das Nachspiel: Werden in der App von Sky Sport News HD tatsächlich bereits unmittelbar nach Schlusspfiff Szenen und gegebenenfalls Tore des Spiels zu sehen sein? Wenn dem so wäre, gäbe es ein Problem. Denn die Deutsche Fußball Liga (DFL) erteilte nun einer linearen Kurzberichterstattung in der App eine Absage. Andernfalls droht eine Klage von Springer. In einer am Mittwoch Abend versendeten Pressemitteilung stellt die DFL fest: "Es wird keine non-lineare oder on demand abrufbare Berichterstattung in dem zur Rede stehenden Sky Sport News-App-Angebot geben." Das stand auch nicht zur Debatte - die Sky-App bietet keine einzeln abrufbaren Bundesliga-Inhalte. So können die User etwa nicht das Spiel ihrer Wahl in der Zusammenfassung sehen. Anders bei Bild.de, wo Springer eine Stunde nach Spielschluss bis zu sechsminütige Highlight-Clips der Partien zeigt - on-demand und personalisierbar. Wohl aber zeigt die Sky-App einen Live-Stream des 24-Stunden-Senders Sky Sport News HD, wo auch unmittelbar nach Abpfiff schon erste Szenen der Spiele zu sehen sind.

5 Millionen Euro zahlt Springer angeblich pro Jahr für seine Rechte. Für die Berliner, die ja bekanntermaßen zum führenden digitalen Medienunternehmen aufsteigen möchten und dafür auf die Zahlungsbereitschaft der User im Netz angewiesen ist, wäre ein Konkurrenzangebot von Sky eine mittlere Katastrophe. Zumal die Sky-App mit 4,49 pro Monat zu Buche schlägt, während die "Bild"-Nutzer mindestens 7,98 Euro monatlich bezahlen müssen, wenn sie die Bundesliga-Clips sehen wollen. Springers Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner hatte daher schon einmal rechtliche Schritte angedroht für den Fall, dass Springers Exklusivrechte verletzt würden.

Doch die DFL beschwichtigt: "Es sind nach unserer Auffassung weder Rechte doppelt vergeben worden, noch wird die DFL jemandem Rechte einräumen, die das Angebot eines anderen Lizenznehmers in seiner Wertigkeit berühren." So werde es "mit Zustimmung der DFL keine lineare kurze Berichterstattung zur Bundesliga geben, die die vertraglich eingeräumte Exklusivität von Rechtepaketen verletzt." Dies habe man sowohl Axel Springer als auch Sky mitgeteilt. Vom dem Pay-TV-Sender war hierzu bislang keine Stellungnahme zu bekommen. ire
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