Streit Constantin lässt Verkauf von Plazamedia an Sky platzen

Montag, 19. Mai 2014
Constantin will den Deal abblasen - Sky widerspricht
Constantin will den Deal abblasen - Sky widerspricht


Constantin Medien hat den Verkauf seiner Produktionstochter Plazamedia und 25 Prozent der Anteile an Sport 1 und dem Vermarkter Constantin Sport Marketing an Sky abgeblasen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen neuen Produktionsrahmenvertrag zwischen Sport 1 und Plazamedia einigen. Sky pocht allerdings auf die Einhaltung der Verträge: Man beabsichtige, die geplante Übernahme zum Abschluss zu bringen.
Der Verkauf scheiterte letzlich an einem neuen Produktionsrahmenvertrag zwischen Plazamedia und Sport1. Über dessen Ausgestaltung habe keine Einigung erzielt werden können, gab Constantin am Montag in einer Ad-Hoc-Mitteilung bekannt. Noch ist das letzte Wort aber nicht gesprochen: Sky gab am Montagvormittag ebenfalls per Ad-Hoc-Mitteilung bekannt, dass man die Kündigung der Verträge durch Constantin für unwirksam halte. Man beabsichtige weiterhin, die Transaktion auf Grundlage der im Dezember 2013 vereinbarten Bedingungen zum Abschluss zu bringen.

Constantin hatte im Dezember angekündigt, seine Produktionstochter Plazamedia an Sky zu verkaufen. Sky ist seit Jahren einer der wichtigsten Kunden des auf Sportübertragungen spezialisierten Unternehmens, das für den Pay-TV-Anbieter die Bundesliga-Berichterstattung betreut. Außerdem sah die Vereinbarung den Verkauf von jeweils 25,1 Prozent der Anteile an dem Sender Sport1 und dem Vermarkter Constantin Sport Marketing vor. Der Deal hätte Constantin 57,7 Millionen Euro eingebracht. Die Sportsparte mit dem Sender Sport1, zwei Pay-Kanälen, einem Radiosender, Plazamedia und dem Vermarkter Constantin Sport Marketing bereitet Constantin seit Jahren Probleme. Auch eine grundlegenden Restruktierung brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Sollte es dabei bleiben, dass Plazamedia nicht verkauft wird, muss Constantin seine finanziellen Ziele für das Geschäftsjahr 2014 korrigieren. Durch den Wegfall des eingeplanten Einmaleffektes durch den Verkauf geht der Medienkonzern nun von einem Verlust von -13 bis -15 Millionen Euro für das Gesamtjahr aus. Die bisherige Prognose sah ein positives Konzernergebnis in Höhe von 13 bis 15 Millionen Euro vor. Die Umsatzprognose wurde von bislang 420 bis 460 Millionen Euro auf 460 bis 500 Millionen Euro nach oben korrigiert.

Constantin plant nun, sich durch eine Kapitalerhöhung zusätzliche Finanzmittel zu beschaffen. So soll das Grundkapital durch die Ausgabe neuer Aktien um bis zu 10 Prozent erhöht werden. Zudem werde ein Privatinvestor dem Unternehmen ein weiteres Darlehen in Höhe von 14 Millionen Schweizer Franken und 4,5 Millionen Euro gewähren. dh
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