Strafaktion? Ungarn erhöht Werbesteuer für RTL auf 50 Prozent

Mittwoch, 19. November 2014
Die Zentrale der RTL Group in Luxemburg
Die Zentrale der RTL Group in Luxemburg
Foto: RTL Group
Themenseiten zu diesem Artikel:

RTL Ungarn Viktor Orban


Ungarn zieht im Streit mit RTL die Daumenschrauben an. Das Parlament in Budapest erhöhte die Werbesteuer für Medien am Dienstag auf 50 Prozent. RTL ist das einzige Unternehmen, das den Spitzensteuersatz bezahlen muss.
Insider glauben, dass die Erhöhung der Werbesteuer eine Reaktion auf die Beschwerde der RTL Group gegen die umstrittene Abgabe bei der EU-Kommission ist. Das berichtet das "Handelsblatt". Seit dem Sommer müssen Medienunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 1,6 Millionen Euro eine gestaffelte Steuer auf ihre Werbeerlöse bezahlen. Der ungarische RTL-Ableger RTL Klub ist das einzige Unternehmen, das aktuell mit dem Höchstsatz zu Kasse gebeten wird. Dieser lag bislang bei 40 Prozent und wurde nun auf 50 Prozent erhöht. Die Erhöhung ist womöglich auch eine Reaktion auf die nach wie vor kritische Berichterstattung von RTL Klub in Ungarn, während die meisten anderen TV-Sender die Position der rechtskonservativen Regierung von Premierminister Viktor Orban unterstützen.

RTL musste bereits eine Wertberichtigung in Höhe von 88 Millionen Euro auf sein Ungarngeschäft vornehmen. Der Nettogewinn des TV-Konzerns halbierte sich im ersten Halbjahr dieses Jahres daher auf rund 200 Millionen Euro. Eine geplante Internetsteuer in Ungarn ist nach massiven Protesten von Internetnutzern dagegen wieder vom Tisch. dh
Meist gelesen
stats