Storyclash-Auswertung zur Bundestagswahl 2017 AfD rauscht bei den Social-Media-Interaktionen ab

Mittwoch, 30. August 2017
Storyclash untersucht den Wahlkampf im Social web
Storyclash untersucht den Wahlkampf im Social web
Foto: Storyclash
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Nachdem alle großen Parteien bereits vor einigen Wochen ihre Out-of-Home-Kampagnen auf den Weg gebracht hatten, nimmt nun auch im TV der Bundestagswahlkampf Fahrt auf. Den Anfang machten SPD und CDU, Grüne, FDP und Linke folgten bislang. Teil zwei des Social-Media-Stimmungsbildes von Storyclash zur Bundestagswahl, das HORIZONT Online exklusiv veröffentlicht, legt den Schluss nahe, dass die TV-Kampagnen von SPD und CDU bereits erste Wirkung zeigen.
Die Auswertung begann Anfang Juli. Die erste Analyse berücksichtigte Social-Media-Postings, die bis zum 13 August abgesetzt wurde. Der zweite Teil erstreckt sich auf den Zeitraum von Anfang Juli bis zum Ende der Kalenderwoche 34 am 27. August. Insgesamt hat Storyclash mehr als 4,5 Millionen Social-Media-Interaktionen ausgewertet. Bis zum Ende des Untersuchungszeitraumes konnten die Mitgliedsparteien der aktuellen Bundesregierung ihre Social-Media-Interaktionen deutlich steigern.

Zur Methodik:

Als Social-Media-Interaktion zählt Storyclash Likes, Shares, Kommentare oder sonstige Reaktionen auf ein öffentliches Posting auf Facebook, Instagram oder Twitter. Berücksichtigt werden bei der Analyse stets die einzelnen Parteien und deren Spitzenkandidaten, die laut aktuellen Prognosen die 5 Prozent Hürde überwinden werden sowie eine öffentliche Facebook Seite betreiben.
Die SPD etwa legte gegenüber der vorherigen Untersuchung um rund 76.000 auf 194.638 Interaktionen zu - und verdrängte damit sogar die in den sozialen Netzwerken sonst so starke Alternative für Deutschland (AfD) auf den dritten Platz. Die Rechtspopulisten bringen es nunmehr auf 144.822 Interaktionen, was einem Minus von 20 Prozent gleich kommt. Ob die Partei ihren Anhängenr zu wenig angeboten hat? Möglicherweise kommt durch die unfassbare Äußerung von Spitzenkandidat Alexander Gauland über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özuguz wieder etwas Bewegung in die Fangemeinde.

Möglicherweise trägt zu dem Aufschwung der Parteien der Großen Koalition bei, dass beide in den vergangenen zwei Wochen ihre TV-Kampagnen zur Wahl gestartet und dementsprechend viel Gesprächsstoff geliefert haben. Die CDU thront derweil recht weit oben: Mit 236.234 Interaktionen in sozialen Netzwerken ist die Partei vomn Regierungschefin Angela Merkel die uangefochtene Nummer 1 bei den Interaktionen.
Eine etwas andere Sichtweise ergibt sich, wenn man auch jene Beiträge berücksichtigt, welche nicht vom Verfasser selbst erstellt, sondern geteilt wurden. Dann steigen vor allem die damit zusammenhängenden Interaktionszahlen der AfD, welche besonders häufig externe Beiträge auf ihrer eigenen Facebook-Seite teilte. 
Bei der Betrachtung der Fanzahlen der Parteien und ihrer Spitzenkandidaten hat sich seit der zurückliegenden Auswertung wieder einiges getan: Laut Storyclash kamen seit dem letzten Betrachtungszeitraum 179.255 Fans in sozialen Netzwerken hinzu. Zusammengefasst ergibt das 7,6 Millionen Fans (Stand: 28. August). Die nach Gesamtzahlen deutlich in Front liegende CDU kann sich dabei bei ihrer Chefin bedanken: Angela Merkel hat die mit Abstand meisten Fans und ist damit beinahe ausschließlich für die gute sehr Position der CDU/CSU verantwortlich, so die Storyclash-Analyse.
Die nächste Grafik zeigt die Performance auf den Social-Media-Kanälen von Parteien und Spitzenkandidaten anhand von 837.918 gemessenen Social-Media-Interaktionen der letzten Woche (KW 34) im Vergleich mit den Umfrageinstituten Emnid (n=1979) und Infratest dimap (n=1035) sowie das allgemeine Suchinteresse laut Google Trends.

Hier ist vor allem die Diskrepanz 
bei der AfD zwischen den Umfragewerten der Prognose-Institute und den Google-Trends auffällig. Während Emnid und Infratest der Partei bei der Wahl 8 bis 10 Prozent vorhersagen, ist das Suchinteresse zu der AfD bei Google enorm. Das darf man allerdings nicht zwingend als Zustimmung zu werten: Auch AfD-Gegner werden sich durch eine Google-Recherche über die Partei informieren. 
Darüber hinaus hat Storyclash erneut ausgewertet, auf welchen Plattformen die Parteien am aktivsten sind. Was diesmal auffällt, ist der starke Zuwachs der FDP auf Instagram. Dort haben die Liberalen auf ihrem offiziellen Kanal in den vergangenen Wochen nochmal einen großen Schwung Wahlmotive gepostet, was das Plus möglicherweise erklärt.
Auf diesen Plattformen wird am häufigsten interagiert
Auf diesen Plattformen wird am häufigsten interagiert (Bild: Storyclash)


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