"Stern"-Chef Christian Krug "Wir sind das Reportermagazin"

Donnerstag, 12. März 2015
Christian Krug will den "Stern" als Reportermagazin
Christian Krug will den "Stern" als Reportermagazin
Foto: Andra / Stern
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Christian Krug Dominik Wichmann stern


Kurskorrektur beim Flaggschiff: Ein halbes Jahr nach dem plötzlichen Rausschmiss des damaligen "Stern"-Chefredakteurs Dominik Wichmann kassiert sein Nachfolger Christian Krug zentrale Reformen Wichmanns wieder ein – bei Heftkonzeption, Inhalt und Organisation. Zudem proklamiert er einen anderen Führungsstil.

Zum Beispiel die vormals starke Formatierung der Rubriken und der Text-Tonalitäten. "Empathisch, kritisch, zuversichtlich" sollten "Stern"-Stücke bei Wichmann sein. "Ich möchte keine Geschichte durch bestimmte Raster pressen", sagt Krug jetzt in HORIZONT, in seinem ersten Interview als Chef der Illustrierten. Der "Stern" sei kein essayistisches, sondern ein "feinsinnig beobachtendes Magazin", mit Texten, die von den einzelnen Reportern geprägt seien. "Ich denke den ,Stern‘ als Reportermagazin", erklärt Krug.

Christian Krug übernimmt ab Oktober das Ruder beim "Stern" (Foto: ANDRA)

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Außerdem bricht er mit dem Credo der vergangenen zwei Jahre, wonach die Zukunft des "Stern" wegen schicksalhaft sinkender Auflagen von seinen digitalen Angeboten abhänge. "Das Abschmelzen der Auflagen ist für mich kein Naturgesetz", sagt Krug. So seien im 1. Quartal wieder Auflagensteigerungen gelungen. Hier mag aber auch Zweckoptimismus im Spiel sein, weil der "Stern" als digitale Marke noch längst nicht funktioniert.

Die "Stern"-Titelstory ist in dieser Woche auf den Hund gekommen
Die "Stern"-Titelstory ist in dieser Woche auf den Hund gekommen (Bild: Stern)
Die Matrixstruktur mit ihren ressortübergreifenden Textteams und Heftteil-Blattmachern hat Krug wieder abgeschafft. "Einer Redaktion wie der des ,Stern‘ muss man ernsthaft zuhören", sagt er. "Kein Chefredakteur kann seine Vorstellungen dauerhaft gegen den Willen der Redaktion durchsetzen." Auch dies darf man als Abgrenzung zum Vorgänger lesen. Klarheit zu möglichen weiteren Stellenstreichungen vermeidet Krug im HORIZONT-Interview.

Im hinteren Heftteil gibt es beim "Stern" nun Ressorts, etwa Gesellschaft
Im hinteren Heftteil gibt es beim "Stern" nun Ressorts, etwa Gesellschaft (Bild: Stern)
Derweil erscheint der "Stern" ab dieser Woche abermals leicht verändert. Im letzten Heftabschnitt gibt es nun auch Ressorts: Politik & Wirtschaft, Ausland, Gesellschaft, Wissen & Technik sowie Kultur inklusive Reise und Food. Hier will Krug kürzere, kompaktere Geschichten bringen, "mit denen wir auch ganz aktuelle Anlässe schnell abbilden können, ohne dass wir dafür unsere großen Stücke im Mittelteil kürzen müssen", sagt Krug. Außerdem will er damit die Themen-Bandbreite und -Verlässlichkeit des "Stern" erhöhen.

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