Stefan Postler über Territory "Größe ist ein entscheidender Erfolgsfaktor"

Freitag, 13. Mai 2016
Das Executive Board von Territory: Soheil Dastyari, Stefan Postler und Sandra Harzer-Kux (v.l.n.r.)
Das Executive Board von Territory: Soheil Dastyari, Stefan Postler und Sandra Harzer-Kux (v.l.n.r.)
Foto: Gruner + Jahr/Paul Schimweg

Gestern präsentierte Gruner + Jahr offiziell seine neue Agentur Territory, die sich mit einem Umsatz von 130 Millionen Euro als Europas größter Anbieter für inhaltsgetriebene Kommunikation positioniert. Chef ist Soheil Dastyari, eine zentrale Rolle wird aber auch Stefan Postler spielen, der zusammen mit Sandra Harzer-Kux (G+J Corporate Publisher) das Führungstrio komplettiert.

Postler war seit 1998 Geschäftsführer der Medienfabrik, an der er seit 2002 auch Anteile hielt. Zuletzt beschäftigte die Medienfabrik, die jetzt in Territory aufgeht, 480 Mitarbeiter. Postler kann also Agentur. Zur Perspektive von Territory sagt er: "Wir sind klarer Marktführer und haben selbstverständlich den Anspruch, das Thema Content Communication von der Spitze aus weiter zu entwickeln."

Herr Postler, wie eigenständig wird die Medienfabrik künftig agieren - beziehungsweise wie integriert? Wir sind mit offenem Herzen und großem Willen Teil von Territory geworden und denken nicht mehr in den Kategorien Medienfabrik, Corporate Editors, Employour, Crossmarketing und Trnd. Genau dieses gemeinsame Denken wird den Unterschied machen und uns neue Perspektiven eröffnen.

Was ändert sich für die Mitarbeiter der bisherigen Medienfabrik? Danach fragen die Mitarbeiter nach einer Fusion ja als erstes: Behalte ich meinen Chef, bleibe ich an meinem Arbeitsplatz, werde ich weiter für meine jetzigen Kunden arbeiten? Die Antwort auf alle diese drei Fragen lautet: Ja! Es geht darum, dass jedes Unternehmen seine besonderen Stärken einbringt und wir unter dem Territory-Dach gemeinsam neue Ansätze entwickeln.
Territory
Bild: Gruner + Jahr/Paul Schimweg

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Was bedeutet die Fusion für die strategische Aufstellung? Wer die Entwicklung der Medienfabrik in den vergangenen Jahren verfolgt hat, weiß: Unsere Strategie war, den Kunden ein immer umfassenderes Leistungsangebot zu bieten. Insofern ist die Fusion mit dem Inhalte-Giganten Corporate Editors und Trnd eine logische Fortsetzung unserer Strategie auf einer anderen Ebene. In Zeiten von Multichannel muss das Ziel lauten, Zielgruppen zu jeder Zeit an jedem Ort mit den richtigen Inhalten erreichen zu können. In unserer Branche wird Größe immer mehr zu einem zentralen Erfolgsfaktor.

Wie viel Wachstumsfantasie steckt in Content Marketing? Content Marketing ist zweifellos sehr viel mehr als nur ein weiteres Schlagwort - wobei Territory lieber von Content Communication spricht, weil wir das Thema für sehr viel vielfältiger halten, als es bisher diskutiert wird. Im Kern geht es um die Kommunikation der Zukunft. Wir sehen hier ein sehr großes Wachstumsfeld. Aber man muss es schon richtig machen, soll heißen: Mal hier ein schönes Heft, eine schöne Website oder ein nettes Video zu machen, ist noch nicht Content Marketing. Content Communication ist die Schaffung herausragender Inhalte für eine klar identifizierte Zielgruppe. Und es kommt noch etwas hinzu: Neben den richtigen Inhalten benötigen Sie auch eine Infrastruktur-, Technologie- und Beratungs-Kompetenz, wenn man nicht zu kurz springen will. Insofern wird sich in unserer Branche absehbar die Spreu vom Weizen trennen.
„Wir sind klarer Marktführer und haben selbstverständlich den Anspruch, das Thema Content Communication von der Spitze aus weiter zu entwickeln.“
Stefan Postler
Auf welche Agenturen treffen Sie am häufigsten in Pitches? Ist C3 Ihr Hauptwettbewerber? Nicht nur, die Pitches, bei denen wir antreten, sind absolut bunt gemischt. Wir treffen auf Werbeagenturen, Digitalagenturen, Corporate Publisher et cetera. Content Marketing wird heute ja noch sehr unterschiedlich definiert. Der Markt ist gerade erst dabei, sich zu finden.

Bisher wird die Diskussion stark von C3 dominiert. Wir nehmen an, das wollen Sie ändern… Natürlich, das liegt ja in der Natur der Sache. Wir sind klarer Marktführer und haben selbstverständlich den Anspruch, das Thema Content Communication von der Spitze aus weiter zu entwickeln.

Dazu gehört dann auch, im Verband Content Marketing Forum (CMF) wieder eine aktivere Rolle zu spielen als zuletzt. Finden Sie? Ganz ehrlich: Mit dem Verband beschäftigen wir uns gerade überhaupt nicht, wir haben im Moment ganz andere Themen, die viel spannender sind. So wie der Verband heute aufgestellt ist, erwarten wir von ihm auch keine großen Impulse für unseren Markt. Aber ich gebe Ihnen insofern Recht: Als Marktführer stehen wir schon in der Pflicht, unsere Branche insgesamt nach vorne zu bringen. js

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