Statt „Print wirkt“ Magazinverlage starten „Editorial Media“-Kampagne

Montag, 02. November 2015
Manfred Braun
Manfred Braun
Foto: Foto: Funke

Nicht nur Print wirkt: Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) will sich mit einer neuen Gattungsmarketing-Fachkampagne im Werbemarkt vom Begriff „Print“ emanzipieren und stattdessen die Bezeichnung „Editorial Media“ etablieren – für alle Medienkanäle, die von Journalisten produziert werden.

Damit möchte der VDZ der Realität Rechnung tragen, dass Pressemedien über immer mehr Kanäle ausgespielt und genutzt werden, von Lesern und Werbekunden. Außerdem wollen sich die Mitgliedsverlage damit in der Begrifflichkeit der Fachwelt von Social Media (Facebook, Twitter, Youtube und andere) und Functional Media (Google, GMX, Amazon und andere) abgrenzen – und damit, natürlich, den Werbungtreibenden signalisieren, dass professioneller Journalismus auf allen Kanälen das beste Umfeld für Marken sei und Werbung hier am besten funktioniere. Der bisherige „Print wirkt“-Auftritt des VDZ ist damit passé.

Eiens der Kampagnenmotive
Eiens der Kampagnenmotive (Bild: VDZ)
Herzstück der Kampagne ist die Internetplattform www.editorial.media (Agentur: C3), ergänzt um Filme, Mitarbeiter-Events, Aktionen, Give-Aways, Broschüren und eine multimediale Fachkampagne mit niedrigem sechsstelligen Etat, die die Mitgliedsverlage in ihren Publikumstiteln verlängern können (Agentur: Zum Goldenen Hirschen).
„Mit der Kampagne heben wir die journalistische Qualität aufwendig recherchierter Beiträge als exklusive resonanzstarke Plattform für die Inszenierung von Marken und Unternehmen auf allen Kanälen hervor.“
Manfred Braun
Zu sehen sind elf Motive aus allen Segmenten, etwa Politik, Mode, Reisen, Wirtschaft und Living, verbunden mit einer Aussage darüber, was „Editorial Media“ hier leisten, zum Beispiel Komplexes verständlich machen, in der 1. Reihe sitzen oder die Ferne näher bringen. Die Medienkanäle – Print, Smartphone, Tablet – sind in die Fotos hineinskizziert. Und unten am Rand stehen ein paar kleine Logos passender Zeitschriften, auf dem Politikmotiv etwa – in dieser Reihenfolge – „ Bild am Sonntag“, „Super Illu“, „Spiegel“, „Stern“, „Zeit“ und „Focus“. (Noch) Nicht dabei sind die Titel der Bauer Media Group, die seit ein paar Jahren kein VDZ-Mitglied mehr ist, und die Tageszeitungen, die im Verband BDZV organisiert sind. „Wir arbeiten daran“, sagt Manfred Braun, Sprecher des Vorstands der Publikumsverlage im VDZ und im Hauptjob Geschäftsführer der Funke-Gruppe, augenzwinkernd. Schließlich ist Funke auch BDZV-Mitglied. Abgesehen davon: Profitieren können die Bauer-Titel und die Tageszeitungen auch ohne Mitfinanzierung – denn alle Argumente gelten auch für sie. „Mit der Kampagne heben wir die journalistische Qualität aufwendig recherchierter Beiträge als exklusive resonanzstarke Plattform für die Inszenierung von Marken und Unternehmen auf allen Kanälen her vor“, betont Braun. „Redaktionelle Inhalte sind Kern der verlegerischen Angebote und unterscheiden die über 5000 Zeitschriftenmarken der Publikums- und Fachpresse ganz grundsätzlich von allen anderen Angeboten im Markt – und zwar auf allen Plattformen“, ergänzt VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer. Die Kampagne richtet sich an Media-Entscheider in Agenturen und werbungtreibenden Unternehmen. Sie soll aber auch die Mitarbeiter der Verlage „zu Botschaftern mit den neuen Argumenten machen“. rp

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