Statista Die umsatzstärksten Content- und Service-Portale in Deutschland

Montag, 31. März 2014
Zum Vergrößern der Grafik bitte anklicken (Grafik: Statista)
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Dass Amerika das gelobte Land der Internetkonzerne ist, ist kein Geheimnis. Wie stark die Dominanz der US-Unternehmen auch im deutschen B2C-Internetmarkt tatsächlich ist, verrät nun eine Studie des Statistikdienstes Statista. Danach ist allein die Website Google.de hierzulande mit rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz der größte digitale Anbieter - Google Play und Youtube tauchen in den Top 10 ebenfalls auf. Das erste deutsche Unternehmen folgt auf Rang sieben. Für die Studie hat Statista die Umsätze der 1000 größten Anbieter von digitalen Services und Content sowie digitalen Gütern im B2C-Internetmarkt ermittelt. E-Commerce-Anbieter wie Amazon oder Ebay sind in der Aufstellung nicht dabei. Grundlage der Erhebung sind die Webseiten der einzelnen Anbieter - daher taucht Google in der Statstik auch nicht als ein Unternehmen auf. Für die Erhebung der Umsätze wurden alle Betreiber der einzelnen Websites mittels eines Fragebogens direkt befragt. Fehlende Umsatzangaben hat Statista eigenen Angaben zufolge "durch ergänzende Recherchen sowie Umsatzmodellierungen auf Basis segmentspezifischer Key Performance Indikatoren approximiert."

Das Ergebnis kann nicht wirklich überraschen: An der Spitze des Rankings thront einsam Google.de mit einem errechneten Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Zieht man die Umsätze von Google Play und Youtube hinzu, die ebenfalls im Statista-Ranking auftauchen, käme Google hierzulande auf einen Umsatz von knapp 2,2 Milliarden Euro. Diese Zahl ist deswegen interessant, weil Google bislang keine Zahlen zum deutschen Markt ausweist - obwohl der hiesige Markt zu den größten des Unternehmens außerhalb der USA gehört. Erst wenn ein Markt zehn Prozent oder mehr zum Gesamtumsatz beiträgt, muss Google dies veröffentlichen. Allerdings beruhen die Google-Summen auf eigenen Berechnungen, wie eine Statista-Sprecherin auf Nachfrage erklärt.

Mit großem Abstand aud Platz 2 des Rankings folgt Apples Mediathek iTunes, das im vergangenen Jahr mit einem Deutschland-Umsatz von 369 Millionen Euro aufwarten konnte. Mit Expedia (235 Millionen Euro), Facebook (228 Millionen) und Booking.com (189 Millionen), das zu dem US-Unternehmen Priceline gehört, kommen alle in den Top 5 vertretenen Webdienstleister aus den Vereinigten Staaten.

Mit Check24 kommt erst an Position 7 ein deutsches Unternehmen (Umsatz 2013: 157 Millionen Euro). Damit liegt das Vergleichsportal in etwa gleichauf mit Googles iTunes-Konkurrenten Google Play. Mit Immobilienscout24 folgt erneut ein genuin deutsches Unternehmen - die ehemalige Telekom-Tochter ging allerdings im vergangenen Jahr an die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman und damit in US-Besitz über. Etwas schwach sieht die Position der deutschen Medienunternehmen aus: Die Burda-Tochter Xing schlägt sich hier mit 71,5 Millionen Euro Umsatz auf Rang 20 noch am besten - die Nachrichtenportale Bild.de (46 Mio. Euro; Position 33), Spiegel Online (30 Mio. Euro; Position 50) und Focus Online (14 Mio. Euro; Position 87) hinken noch etwas hinterher.

Die Umsätze aller erfassten Anbieter summieren sich laut Statista auf ein Netto-Gesamtmarktvolumen von 8,6 Milliarden Euro in 2013. Dies entspräche einem Viertel der hierzulande mit dem Verkauf physischer Güter erzielten Umsätze des E-Commerce-Marktes im B2C-Bereich. Das wachstumsstärkste Segment ist "digitale Güter" mit einer Steigerung von rund 19 Prozent auf ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro. Die starke Position der US-Unternehmen spiegelt sich auch in der Umsatzverteilung wider: Deutsche Anbieter erwirtschaften knapp die Hälfte der Umsätze, knapp ein Drittel geht auf das Konto der amerikanischen Firmen. ire
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