Springers Upday im HORIZONT-Check Schicke News-App für die Swipe-Generation

Mittwoch, 24. Februar 2016
Das Startscreen von Upday
Das Startscreen von Upday
Foto: Axel Springer
Themenseiten zu diesem Artikel:

Upday Samsung Axel Springer Peter Würtenberger


Nichts weniger als einen Game Changer hat Axel Springer mit Upday angekündigt. HORIZONT Online hat die exklusiv für Samsung entwickelte News-App unter die Lupe genommen. Upday ist perfekt auf die Bedürfnisse mobiler Nutzer zugeschnitten und hervorragend umgesetzt - ob der Service den Markt für News-Apps tatsächlich revolutionieren kann, bleibt abzuwarten.

Die Idee

Upday, seit dem Wochenende als Vollversion für alle Samsung-Smartphones verfügbar, will das Beste aus zwei Welten miteinander verbinden: Der Service bietet einerseits ganz klassisch von einer Redaktion ausgewählte Nachrichten, andererseits stellt ein Algorithmus News auf der Grundlage der Interessen des Nutzers zusammen. "Der Content von Upday entsteht aus der Verbindung kuratierter Inhalte, die ein Team von journalistischen Experten zusammenstellt, und 'machine learning'", erklärt Peter Würtenberger, CEO von Upday das Konzept: "Während andere Aggregatoren bei dem Ausspielen von Inhalten ausschließlich auf Algorithmen setzen, zeichnet sich Upday durch das Zusammenspiel menschlicher Interaktion und Daten aus." 
Das Startscreen von Upday
Das Startscreen von Upday (Bild: Axel Springer)

Die Navigation

Der Startscreen von Upday kommt recht klassisch daher: Unter einer netten Begrüßung sind drei von der Redaktion ausgewählte Top-News angeordnet, darunter folgt eine Übersicht der maschinell ausgewählten, auf den Nutzer zugeschnitten persönlichen Inhalte (My News). Beim ersten Aufrufen der App kann der Nutzer seine persönlichen Interessen durch ein einfaches Anklicken von Themengebieten auswählen. Das übersichtliche Kacheldesign wird leider nur beim ersten Mal angezeigt. Wer seine persönlichen Interessen später ändern will, muss danach im Menü auf einer normalen Liste Häkchen setzen.

Die Navigation innerhalb der App erfolgt durch Wischen nach oben und unten. Die News werden auf sogenannten Karten angezeigt: Unter einem großen Symbolbild wird die News in wenigen Sätzen zusammengefasst  - wer mehr wissen möchte, klickt auf den Link und wird zur Primärquelle weitergeleitet. Mit einem Zurück-Button kann man jederzeit wieder zurück zur App wechseln.
Die News werden in sogenannten Karten dargestellt
Die News werden in sogenannten Karten dargestellt (Bild: Axel Springer)
Auch Werbung wird lediglich im Full-Screen-Format angezeigt und soll dadurch das Nutzerlebnis so wenig wie möglich stören. Ein weiterer Vorteil der direkt eingebetteten Werbeformate: Sie kann nicht geblockt werden. Dafür will Springer die Werbeflächen vergleichsweise sparsam einsetzen.

Die drei Hauptnavigationspunkte "Top News", "My News" und der Startscreen werden stets am unteren Rand durch drei Schaltflächen angezeigt und ermöglichen einen schnellen Wechsel. Insgesamt ist die Navigation sehr intuitiv und perfekt auf die mobile Nutzungssituation abgestimmt.

Die Inhalte

Das Problem der meisten Nachrichtenaggregatoren ist die Beliebigkeit der Themen – Nachrichten gibt es im Netz an jeder Ecke. Mit der Kombination von kuratierten und automatisch ausgewählten Inhalte will Upday Nutzern einerseits besonders relevante und andererseits perfekt personalisierte Inhalte liefern. Im Bereich Mynews kann man die angezeigten News mit einem Häkchen als besonders interessant markieren – so will die App die Interessen des Nutzers besser kennenlernen und noch relevantere Ergebnisse liefern. Ob Upday das besser kann als zum Beispiel Google News, muss sich erst noch zeigen.
User können News nach persönlichen Interessen auswählen
User können News nach persönlichen Interessen auswählen (Bild: Axel Springer)
Aggregatoren haben den großen Nachteil, dass sich der Nutzer mit der Zeit in einer Filter Bubble bewegt und vom Algorithmus immer mehr ähnliche Inhalte angezeigt bekommt – das System merkt sich, was den Nutzer interessiert und zeigt ihm entsprechend weitere Artikel zu dem Thema an.

Dieser Gefahr will Upday durch die menschliche Komponente begegnen – die von der Redaktion ausgewählten Top-News zielen aber natürlich wiederum auf größtmögliche Relevanz für möglichst viele Nutzer, was wiederum zu einer gewissen Austauschbarkeit führt.

Fazit

Upday kann durch eine intuitive Navigation, eine sehr übersichtliche Aufbereitung und ein breites Spektrum an Themen und Quellen überzeugen. Die klassischen Nachteile von Nachrichtenaggregatoren kann die Ergänzung der maschinell ausgewählten News durch redaktionell ausgewählte Inhalte aber nicht ausgleichen. Upday ist eine sehr gelungene Nachrichten-App – ob der Service ein echter Game Changer ist, erscheint jedoch fraglich. Um die Reichweite muss sich Axel Springer durch die exklusive Partnerschaft mit Samsung aber sicherlich keine Sorgen machen. dh

Meist gelesen
stats