Springer-Vorstand Jan Bayer 5 Thesen für die Zukunft von Print

Dienstag, 21. April 2015
Jan Bayer
Jan Bayer
Foto: Axel Springer

Axel-Springer-Vorstand Jan Bayer hat klare Vorstellungen davon, was Print tun muss, um auch in Zukunft zu bestehen. Vor allem müssten die Verlage wieder ihre eigentliche Kernkompetenz herausstellen und über journalistische Scoops sprechen, statt nur über Zahlen. "Wir dürfen uns nicht reduzieren lassen auf Auflagen, Reichweiten und Werbeumsätze", sagte er heute in seiner Keynote auf dem HORIZONT Print-Gipfel in Frankfurt.

Fünf Thesen gibt Bayer, der für Bild-, Welt-Gruppe und neuerdings auch die Werbevermarktung zuständig ist, den Kollegen in den Verlagen mit auf den Weg:

1. Print-Alarmismus beenden

Verlagsmanager dürften sich nicht permanent selbst schlecht reden, sondern ihre eigenen Stärken betonen. Anders als digitale Angebote sind dies zum Beispiel berechenbare Reichweiten: "Print hängt nicht am Algorithmus", sagt Bayer.

2. Menschliche Leistung und Technologie zusammen bringen

Die journalistische Leistung ist immer noch der entscheidende Punkt für den Erfolg von Produkten, aber es kommt auch darauf an, die verschiedenen Technologien richtig zu nutzen. "Am Ende geht es um die intelligente Verknüpfung von Menschen und Maschinen."

„Wir dürfen uns nicht reduzieren lassen auf Auflagen, Reichweiten und Werbeumsätze.“
Jan Bayer

3. Herdentrieb ist gefährlich, antizyklisches Verhalten wichtig

Die Verlage befinden sich derzeit in einer kritischen Phase. Nach Jahren der Kostensenkungen dürften sie nun nicht den Zeitpunkt verpassen, um auch wieder zu investieren. "Wenn man zu sehr spart ohne zu investieren, kippt irgendwann das Geschäftsmodell", warnt Bayer.

4. Große Einheiten bilden

Die Einheiten in der Vermarktung sind zu klein. Der Konkurrenzkampf innerhalb der Zeitungsbranche ist noch zu hoch. Die wahre Konkurrenz sieht Bayer mittlerweile in anderen Gattungen und Playern, auch außerhalb Deutschlands. "Die Branche wird nur vorankommen, wenn sie über die nationale Vermarktung nachdenkt", sagt Bayer. Springer sieht sich dabei als einer der zentralen Player, wenn es darum geht große Bündnisse zu schmieden.

5. Besseres Gattungsmarketing

Print vermarktet sich zu schlecht. Auch Zeitungen und Zeitschriften haben viele positive Botschaften in Sachen Werbewirkung. Sie reden nur nicht genug darüber. "Mit unserem Gattungsmarketing können wir überhaupt nicht zufrieden sein, es muss besser werden", appelliert Bayer. pap

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