Springer Georg Mascolo kommt nicht

Donnerstag, 23. Januar 2014
Georg Mascolo kommt nicht mit Springer ins Geschäft
Georg Mascolo kommt nicht mit Springer ins Geschäft


Es galt dem Vernehmen nach schon als ausgemachte Sache: Nach Henryk M. Broder, Matthias Matussek und Stefan Aust verstärkt mit Georg Mascolo ein weiterer ehemaliger "Spiegel"-Mann Axel Springer. Doch daraus wird nichts, wie Konzernchef Mathias Döpfner im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärte. "Wir haben mit Georg Mascolo Gespräche über ein Projekt geführt, sind uns aber inzwischen einig, dass wir das Projekt nicht gemeinsam realisieren werden", so Döpfner gegenüber "FAZ"-Medienredakteur Michael Hanfeld. Einem "Meedia"-Bericht zufolge sollte es sich bei dem Projekt um ein digitales, investigatives Polit-Magazin handeln.

Mascolo war bis April vergangenen Jahres gemeinsam mit Mathias Müller von Blumencron Chefredakteur des "Spiegel". Nach seiner Demission beschäftigte er sich unter anderem mit Geheimdiensten und traf sich mit dem Whistleblower Edward Snowden. Zu seiner beruflichen Zukunft machte er nur vage Angaben, zuletzt im Interview mit dem Magazin "Journalist": "Jetzt geht es zurück in meinen Beruf", sagte er in dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Gespräch mit dem Journalisten und Blogger Richard Gutjahr.

Die Personalie hätte Springer sicherlich gut zu Gesicht gestanden, musste der Konzern sich im Zuge des Verkaufs weiter Teile seines Print-Geschäfts an Funke doch regelmäßig anhören, sich vom Journalismus zu verabschieden. Döpfner hatte dem stets widersprochen, etwa beim Publishers' Summit des Zeitschriftenverlegerverbandes VDZ im vergangenen Oktober: "Ich wette, dass in fünf Jahren der Qualitätsjournalismus bei Axel Springer eine noch größere Rolle spielen wird als heute", sagte er damals.

Diese Haltung bekräftigte Döpfner erneut indem "FAZ"-Interview: "Unsere große Aufgabe ist es, unabhängigen Qualitätsjournalismus in der digitalen Welt zu etablieren und - Wachstum zu generieren." ire
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