Springer-Funke-Deal Kartellantrag wird aufgeteilt

Montag, 18. November 2013
Axel Springer und Funke wollen ihren Kartellantrag vereinfachen
Axel Springer und Funke wollen ihren Kartellantrag vereinfachen


Es klang ein wenig wie eine Warnung: Erst kürzlich hatte Bundeskartellamtschef Andreas Mundt in einem Interview angedeutet, der geplante Verkauf weiter Teile des Printgeschäfts von Axel Springer an die Funke Mediengruppe werde "kein Selbstläufer". Die beteiligten Medienunternehmen wollen der Behörde die Entscheidung nun erleichtern und haben angekündigt, ihren Kartellantrag in mehrere Einzelanträge aufteilen zu wollen. Der zunächst gestellte, einheitliche Antrag zur Genehmigung der Transaktion werde heute "aus formalen Gründen" zurückgezogen, wie Springer und Funke mitteilen. Das kartellrechtliche Genehmigungsverfahren werde stattdessen nun in vier Einzelpakete aufgeteilt: Regionalzeitungen und Frauenzeitschriften, Programmzeitschriften, Gemeinschaftsunternehmen Vertrieb sowie Gemeinschaftsunternehmen Vermarktung. Man reagiere damit "auf entsprechende Hinweise" des Bundeskartellamtes.

Zuvor hatte das Bundeskartellamt angekündigt, die 920 Millionen Euro schwere Übernahme mit Blick auf drei Märkte genau unter die Lupe zu nehmen: Den Markt für überregionale Zeitungsanzeigen, verschiedene regionale Anzeigenmärkte und den Bereich Programmzeitschriften. Dazu hat die Behörde ein so genanntes Hauptprüfverfahren eingeleitet.

Am Gesamtumfang der geplanten Transaktion werde sich laut Springer und Funke auch durch die Entkopplung des Verfahrens nichts ändern. Die Anträge sollen unverzüglich beim Kartellamt eingereicht werden. Mit einer ersten Entscheidung sei noch in diesem Jahr zu rechnen, die übrigen Entscheidungen sollen im nächsten Jahr folgen. Zudem rechnen Springer und Funke mit einem Vollzug der geplanten Vereinbarungen im Frühjahr 2014. ire
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