Springer-Deal Funke leiht sich Geld bei UniCredit

Freitag, 26. Juli 2013
Die Funke Mediengruppe gewinnt UniCredit als Finanzpartner
Die Funke Mediengruppe gewinnt UniCredit als Finanzpartner

Satte 920 Millionen Euro muss die Funke Mediengruppe für die Regionalzeitungen sowie die Programm- und Frauenzeitschriften des Springer-Konzerns berappen. Einen solchen Betrag hat selbst das mit einem Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro drittgrößte Verlagshaus Deutschlands nicht in der Portokasse. Nachdem gestern bekannt wurde, dass Springer selbst dem Essener Konzern mit einem 260 Millionen Euro schweren Kredit unter die Arme greift, steht seit heute ein weiterer Finanzpartner fest.
Funke-Chefs Ziegler (Mitte), Braun (rechts) und Nienhaus
Funke-Chefs Ziegler (Mitte), Braun (rechts) und Nienhaus
Wie Thomas Ziegler, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe, am heutigen Freitag bekannt gab, hat das Verlagshaus die italienische Großbank UniCredit als Partner für die Finanzierung des Springer-Deals gewonnen. Wie hoch der Kredit ist, den das Verlagshaus bei UniCredit aufnimmt, ist unklar. Eine entsprechende Anfrage von HORIZONT.NET wollte die Funke Mediengruppe nicht beantworten.

Zuvor hatte die Funke Mediengruppe die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) angenommen. "Mit der neuen Gesellschaftsform als KGaA geben wir uns eine transparente, zeitgemäße und zukunftsfähige Struktur", kommentiert Ziegler den Schritt, der "eine wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum" sei. Die Änderung der Rechtsform sei auch die Grundlage für die Partnerschaft mit UniCredit gewesen, so Ziegler weiter.

Mit der neuen Rechtsform hat die Funke Mediengruppe auch einen zehnköpfigen Aufsichtsrat etabliert. Neben den Eigentümern sitzen auch Julia Becker und Niklas Jakob Wilcke, Tochter und Sohn von Gesellschafterin Petra Grotkamp, in dem Gremium. Daneben wurde ein Gesellschafterausschuss installiert, der die Funke Mediengruppe bei der strategischen Ausrichtung beraten soll. Vorsitzender von Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss wird Martin Kall. Der 52-jährige ehemalige Bertelsmann- und Ringier-Manager war bis Ende 2012 CEO der börsennotierten Schweizer Mediengruppe Tamedia. In der Geschäftsführung bleibt alles beim Alten: Das operative Geschäft wird weiterhin von Manfred Braun, Christian Nienhaus und Thomas Ziegler geführt. mas
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