Spotify Streamingdienst steigert Reichweite und will Vermarktung ausbauen

Donnerstag, 16. Juni 2016
Spotify erreicht hierzulande wöchentlich 12,2 Prozent der Internetnutzer
Spotify erreicht hierzulande wöchentlich 12,2 Prozent der Internetnutzer
Foto: Spotify

Der Streamingdienst Spotify hat heute die zweite Welle seiner eigenen Reichweitenstudie veröffentlicht. Danach erreicht der Dienst wöchentlich 12,2 Prozent der deutschen Internetnutzer zwischen 15 und 64 Jahren. Das ist ein Plus von 3,4 Prozentpunkten im Vergleich zur ersten Welle im September vergangenen Jahres. In der Kernzielgruppe zwischen 15 und 34 Jahren kletterte der Wert auf 24 Prozent.

Die Erhebung von TNS Research bescheinigt der schwedischen Firma auch die Pole-Position unter allen Online-Audio-Plattformen. Die stärksten Verfolger verzeichnen lediglich eine wöchentliche Reichweite von 7 (iTunes) und 5 Prozent (Radio.de). In Spotifys Kernzielgruppe wird der Unterschied noch ein ganzes Stück größer.

iTunes kann kaum noch mithalten
iTunes kann kaum noch mithalten (Bild: Spotify)
Die regionale Reichweite ist innerhalb Deutschlands recht unterschiedlich. Am erfolgreichsten ist der Musikstreamingdienst wie im Jahr zuvor in den Ballungsgebieten Bremen und Berlin. Stefan Zilch, Deutschland-Geschäftsführer von Spotify, vermutet, dass das mit der Zusammenstellung der Zielgruppe zu tun hat, die zu sehr großen Teilen aus Studenten besteht. Und in Berlin und Bremen gibt es viele Universitäten. Erst vor wenigen Wochen startete Spotify auf der Suche nach neuen Hörern eine Plakat-Kampagne an Unis zum Start des neuen Podcasts "Fest und Flauschig" von Jan Böhmermann und Oli Schulz. In eher strukturschwachen Bundesländern wie Brandenburg, Thüringen und Hessen (dort vor allem der Norden) kommt Spotify deshalb auf niedrigere Werte.
In Bremen und Berlin erreicht Spotify die meisten Nutzer.
In Bremen und Berlin erreicht Spotify die meisten Nutzer. (Bild: Spotify)
Stefan Zilch will nun vor allem die Vermarktung weiter anschieben. "Wir haben die jungen Nutzer, die im Radio schwer zu finden sind“, sagt er gegenüber HORIZONT. Spotify wolle nun in einer Roadshow den Mediaagenturen deutlich machen, dass es sich lohne, zusätzliche Reichweite beim Streamingdienst einzukaufen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die TNS-Studie. Beispiel Niedersachen: Wenn Kunden zu Radio FFN zusätzlich Spotify hinzubuchen, ließe sich sieben Prozent mehr Reichweite erzielen, in der Kernzielgruppe der 15- bis 34-Jährigen gar zehn Prozent. Beispiel NRW: Buchen Kunden zusätzlich zu WDR 4 Spotify dazu, ließe sich die wöchentliche Reichweite bei 15- bis 34-Jährigen um 22 Prozent erhöhen. "Spotify und Radio sind komplementär", sagt Zilch. Das sei auch an der Nutzung im Tagesverlauf zu erkennen. Während Radio mehrheitlich in den Morgenstunden gehört wird, steigt die Nutzung bei Spotify vor allem in den Abendstunden an.
Radio wird morgens konsumiert, Spotify abends
Radio wird morgens konsumiert, Spotify abends (Bild: Spotify)
Insgesamt befragte TNS 6662 Internetnutzer im Alter von 15 bis 64 Jahren. Da Spotify ein reines Web-Angebot ist, hat der Streamingdienst diese Gruppe ausgewählt und nicht die Gesamtbevölkerung. Gemessen wurden nur die Nutzer, die das kostenlose und werbefinanzierte Angebot hören. ron

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