Sportrechte ARD/ZDF und Discovery können sich nicht auf Olympia-Rechte einigen

Dienstag, 21. Juni 2016
Discovery-Boss David Zaslav und IOC-Chef Thomas Bach bei der Besiegelung der Verträge
Discovery-Boss David Zaslav und IOC-Chef Thomas Bach bei der Besiegelung der Verträge
Foto: Discovery Networks/Christophe Moratal
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ARD und ZDF und der US-Medienkonzern Discovery können sich nicht auf eine Sublizenz für die Rechte an den Olympischen Spielen 2018 und 2020 einigen. Laut einem Bericht des "Manager Magazin" liegen die Preisvorstellungen nach wie vor weit auseinander. ARD und ZDF würden mittlerweile sogar mit einem Abbruch der Verhandlungen drohen.
Die Gespräche sind laut Beteiligten auf beiden Seiten "völlig festgefahren", berichtet das Wirtschaftsmagazin. Vertreter der Öffentlich-Rechtlichen würden mit einem Abbruch der Verhandlungen drohen, wenn sich Discovery im Verlaufe des Sommers nicht bewege. Der entscheidende Knackpunkt ist das liebe Geld: Discovery verlangt für die Sublizenzen für die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Peyongchang und die Sommerspiele 2020 in Tokio laut "Manager Magazin" 150 Millionen Euro. ARD und ZDF wollen höchstens 100 Millionen Euro bezahlen. Discovery hatte sich im vergangenen Jahr überraschend die europäischen Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 gesichert. Insgesamt überweist der TV-Konzern dem Internationalen Olympischen Komitee 1,3 Milliarden Euro für die Exklusivrechte. Neben der Auswertung in den eigenen Sendern - darunter der Sportsender Eurosport - wird Discovery die Rechte in erster Linie durch Einnahmen aus Sublizenzen refinanzieren. In Österreich und Großbritannien hat sich der Konzern bereits mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ORF und der BBC geeinigt. Die Verhandlungen in Deutschland stecken dagegen offenbar fest.
Olympiarechte Discovery
Bild: Discovery Networks/Christophe Moratal

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ARD und ZDF hatten bereits bei der Vergabe der Rechte an Discovery verschnupft reagiert. Man habe "ein angemessenes Angebot abgegeben", betonten die öffentlich-rechtlichen Sender damals. Laut "Manager Magazin" begründen ARD und ZDF ihre harte Haltung mit den gedeckelten Sportrechte-Etats und dem öffentlichen Druck auf die gebührenfinanzierten Anstalten öffentlichen Rechts.

Bei Discovery werden daher nach Informationen von Beteiligten mittlerweile Szenarien durchgespielt, wie man die Rechte ohne eine Einigung mit ARD und ZDF verwerten könnte. Außerdem hat der US-Konzern den hiesigen Sendern offenbar einen Deal vorgeschlagen: So könnten ARD und ZDF im Gegenzug für einen Preisnachlass ihrerseits Sportrechte an Eurosport weiterreichen. dh


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