Sportbuzzer Fantalk 3.0 "Uns mit dem Doppelpass oder Sky 90 messen zu wollen, wäre vermessen"

Montag, 26. Februar 2018
Sportbuzzer-Chef Marco Fenske
Sportbuzzer-Chef Marco Fenske
© Madsack Mediengruppe
Themenseiten zu diesem Artikel:

Madsack Marco Fenske Sportbuzzer RB Leipzig Ralf Rangnick


Am 2. März schickt die Madsack Mediengruppe bereits die dritte Ausgabe des Fußball-Talks "Sportbuzzer Fantalk 3.0" auf Sendung. Mit prominenten Gästen, reichweitenstarken Medien-Kooperationen und interaktiven Show-Elementen hat die Sendung einiges zu bieten - aber kann sie sich auch in der fragmentierten Sportmedien-Welt durchsetzen? Marco Fenske, Sportchef bei Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland und Sportbuzzer-Geschäftsführer, erklärt im Gespräch mit HORIZONT Online, welche Ziele das Medienhaus mit dem Format verfolgt.
Wenn Kult-Kommentator Wolff Christoph Fuss, Ex-Profi Stefan Effenberg und RB Leipzigs Sportchef Ralf Rangnick vor der Kamera zusammenkommen und dann parallel dazu noch DFB-Präsident Reinhard Grindel und Trainer Lucien Favre zugeschaltet werden, muss es sich eigentlich um den "Doppelpass" auf Sport 1 oder "Wontorra" auf Sky handeln. Muss es nicht: So lautete das Line-up der ersten Ausgabe des Fußball-Talks "Sportbuzzer Fantalk 3.0", die am 12. Mai 2017 unter anderem auf den Zeitungsportalen der Madsack-Mediengruppe gesendet wurde. Als zentrale Plattform nutzt der Verlag jedoch seine Marke Sportbuzzer, auf der seit Ende 2016 die Fußball-Inhalte von Madsack gebündelt werden.

Die Marke Sportbuzzer

Der Sportbuzzer in seiner heutigen Form ging am 28. Dezember 2016 live. Dafür wurden 12 Einzelportale unter diesem Dach zusammengefasst - inklusive neuer Technik, neuem Design und neuem Traffic-Konzept. Im Jahr 2017 habe der Traffic auf Sportbuzzer.de um 700 Prozent zugenommen, erklärt Fenske. Dabei komme 70 Prozent des Traffics über mobile Endgeräte. "Wir planen das Produkt auch komplett mobil weiter."

Zu der Marke gehören nicht nur das Online-Portal und die mobilen Produkte. Sportbuzzer umfasst auch eine Produktpalette aus Sonderheften, Büchern, Aktionen, Formaten und Veranstaltungen. Der Sportbuzzer Fantalk 3.0 sei ein weiteres Mittel, die Marke zu erweitern, so Fenske.

Nun müssen Medienhäuser immer stärker um die Aufmerksamkeit der Nutzer kämpfen. Dabei experimentieren sie zunehmend mit Bewegtbild-Formaten. Auch Madsack wollte sich auf neues Gebiet vorwagen: "Wir wollen mit dem Sportbuzzer Fantalk 3.0 vor allem etwas Neues ausprobieren und lernen: Kann der Sportbuzzer TV? Wie erreichen wir mit TV unser Publikum?" Die Idee zum Fußball-Talk entstand bei gemeinsamen Überlegungen Fenskes mit Frank Hähnel, der die hauseigene Produktionsfirma TVN Group leitet. Diese produziert auch den Sportbuzzer Fantalk 3.0.

Die Reichweite der ersten Ausgabe hat Madsack von Landau Media ermitteln lassen. Ergebnis: Insgesamt wurden durch den Stream, soziale Netzwerke sowie die Berichterstattung in eigenen und anderen Medien 255 Millionen Kontakte erzielt. Der Mediaäquivalenzwert lag dadurch bei mehr als 10 Millionen Euro. "Diese Reichweite hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagt Fenske.

Deswegen hat man sich auch zur Fortsetzung entschieden. Am 24. Oktober folgte Ausgabe Nummer 2, bei der unter anderem Manager Dieter Hoeneß und Ex-Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack zu Gast waren. "Wir haben großen Spaß an trial and error", sagt Fenske. "Wenn die erste Sendung nichts geworden wäre, wäre ich der Erste gewesen, der gesagt hätte: Das machen wir nicht noch einmal." Neben den Madsack-Portalen übertrugen auch T-Online und Sport 1 die Sendung. Bei dem TV-Sender erzielte das Format damals eine sechsstellige Reichweite, der Marktanteil in der Kernzielgruppe Männer 14 bis 49 Jahre betrug 0,4 Prozent. Ist der Sportbuzzer Fantalk 3.0 damit so etwas wie die dritte Kraft unter Deutschlands Fußball-Talks? So weit will Fenske nicht gehen: "Uns mit dem Doppelpass oder Sky 90 messen zu wollen, wäre vermessen. Wir schauen weniger auf andere, wir fahren unser eigenes Rennen."
Gäste der ersten Sendung bei Moderatorin Isabella Müller-Reinhardt waren unter anderem Sky-Kommentator Wolff Christoph Fuss (r.) und Stefan Effenberg
Gäste der ersten Sendung bei Moderatorin Isabella Müller-Reinhardt waren unter anderem Sky-Kommentator Wolff Christoph Fuss (r.) und Stefan Effenberg (© Madsack Mediengruppe)
Bei Sendung Nummer 2 war auch RB-Sportchef Rangnick erneut unter den Gästen. Kein Zufall: Der Bundesligist ist Kooperationspartner des Fantalks 3.0. Leipzig befindet sich im Kerngebiet von Madsack, zudem spielt der Verein seit seinem Aufstieg 2016 äußerst erfolgreich in Deutschlands oberster Spielklasse mit. Und er polarisiert. Dadurch wird er zum interessanten Partner für Madsack. Dass dies die journalistische Unabhängigkeit beeinflussen könnte, weist Fenske zurück: "Der Sportbuzzer Fantalk 3.0 ist ein rein journalistisches Format. RB Leipzig hat inhaltlich keinerlei Mitspracherecht, der Verein stellt lediglich mindestens einen Gast. Alles Redaktionelle verantworten wir."

Ebenfalls wiederkehrender Gast ist Ur-Krostitzer. Die Biermarke aus Leipzig ist seit der ersten Sendung Presenter des Sportbuzzer Fantalk 3.0. Die Brauerei castet auch die Zuschauer, die sich dann per "Buzzer" in die Gespräche der Gäste einschalten können. Dabei wird es auch bei Sendung Nummer 3 bleiben, weitere Werbeformate wird es nicht geben. Fenske: "Der Sportbuzzer Fantalk 3.0 soll ein hochwertiges journalistisches Format sein, über das im Idealfall auch Tage danach noch berichtet wird. Es geht uns nicht darum, den schnellen Euro aus der Vermarktung mitzunehmen."
Das Setting der Sendung im Leipziger Penta Hotel. 150 Zuschauer finden dort Platz
Das Setting der Sendung im Leipziger Penta Hotel. 150 Zuschauer finden dort Platz (© Madsack Mediengruppe)
Wenn am kommenden Freitag die dritte und damit vorerst letzte Ausgabe on Air geht, werden Ottmar Hitzfeld, Arjen Robben, Berti Vogts, Mirko Slomka und erneut Michael Ballack zu Wort kommen. Auch Ralf Rangnick wird wieder mit von der Partie sein, diesmal bekommt er Verstärkung durch den Vorstandsvorsitzenden von RB Leipzig Oliver Mintzlaff. Sport 1 überträgt von 20 uhr bis 21.45 Uhr. ire
HORIZONT Newsletter Vor 9 Newsletter

Als Erster informiert sein? Ja, klar!

 


Meist gelesen
stats