Spitze gegen Trump? Mark Zuckerberg bedankt sich am Presidents Day bei Journalisten

Dienstag, 21. Februar 2017
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
© Facebook

Am dritten Montag im Februar wird in den USA traditionell der "Presidents Day" zu Ehren aller US-Präsidenten begangen. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg feiert - allerdings weder einen früheren noch den aktuellen Staatschef Donald Trump. Im Gegenteil.
Stattdessen hat der 32-Jährige die Gelegenheit genutzt, um sich bei Journalisten für ihre Arbeit zu bedanken. Zuckerbergs Post vom Montag zeigt ihn gemeinsam mit seiner Frau Priscilla neben einem Zeitungsladen in Alabama - Priscilla Chan hält dabei eine Ausgabe des "Selma Times Journal" in der Hand. In dem Post schreibt Zuckerberg: "Die Menschen hier haben hart über das Presidents-Day-Wochenende gearbeitet, um ihre Gemeinde zu informieren. Es dürfte ein guter Tag sein, um sich bei allen Journalisten auf der Welt zu bedanken, die unermüdlich arbeiten und dabei manchmal auch ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Wahrheit zutage zu fördern."

Dass Zuckerberg ausgerechnet am "Tag der Präsidenten" so etwas schreibt, dürfte kein Zufall sein. Viele US-Medien werden derzeit praktisch täglich attackiert - und zwar vom Herrn im Weißen Haus persönlich, US-Präsident Donald Trump. Dieser befindet sich eigenen Angaben zufolge in einem "Krieg mit den Medien" und lässt praktisch keine Gelegenheit aus, um renommierte Häuser wie die "New York Times", die er immer mit dem Attribut "scheiternd" versieht, oder die TV-Sender NBC, ABC oder CNN als "Fake News"-Medien zu verunglimpfen.

So auch am "Presidents Day", der ursprünglich an den Geburtstag des ersten US-Präsidenten George Washington (22. Februar 1732) erinnern sollte, der aber eigentlich auch dem aktuellen Präsidenten zu Ehren begangen wird. Zwei Tweets setzte Trump an diesem Tag ab. Den einen nutzte er zur Eigenwerbung ("Happy Presidents Day - Make America great again", komplett in Versalien geschrieben), im anderen giftete er wieder gegen seine Intimfeinde bei den Medien: 

Wie anders klingt dagegen das, was Zuckerberg auf Facebook über die Arbeit von Journalisten postete: "Ich mag nicht immer mit Euch übereinstimmen, aber so funktioniert die Demokratie." Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Facebook-Chef gegen den neuen US-Präsidenten stellt. Ende Januar kritisierte er Trumps geplanten Einreisestopp von Menschen aus sieben mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern. Die "USA sind eine Nation der Einwanderer und darauf sollten wir stolz sein", schrieb Zuckerberg damals. 

Natürlich hat Zuckerbergs Posting noch eine weitere Dimension: Facebook steht derzeit weltweit in der Kritik, weil das soziale Netzwerk massiv als Vehikel für die Verbreitung von Falschnachrichten genutzt wird - und Facebook dagegen angeblich zu wenig tut. Deswegen geht Facebook derzeit auf Verlage und Redaktionen zu, um Partner bei der Identifizierung von Fake News zu finden. In Deutschland arbeitet das Unternehmen etwa mit dem Redaktionsbüro Correctiv zusammen. Facebook ist also auf die Arbeit seriöser Journalisten angewiesen, wenn es nicht in einer Fake-News-Schwemme ersticken will. ire
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