Zoff beim Spiegel Ressortleiter Armin Mahler und Lothar Gorris sollen gehen

Dienstag, 16. September 2014
Keine Ruhe beim "Spiegel" - jetzt soll Wirtschaftschef Mahler gehen
Keine Ruhe beim "Spiegel" - jetzt soll Wirtschaftschef Mahler gehen
Foto: Spiegel Verlag

Beim "Spiegel" herrscht weiter Unruhe: Nach HORIZONT-Informationen will sich Chefredakteur Wolfgang Büchner vom Leiter des Wirtschaftsressorts Armin Mahler trennen - dem ehemaligen Geschäftsführer der Mitarbeiter KG wurde offenbar ein Aufhebungsangebot unterbreitet. Gleiches gilt wohl für Lothar Gorris, den Chef des Kulturressorts. Beide - Gorris offensiver und lautstärker als der eher sachlich-verschlossene Mahler - gelten als scharfe Kritiker Büchners und gehören auch zu den zwölf Unterzeichnern des quasi-öffentlichen Brandbriefs an Redaktion und Chefredakteur.
Rückblick: Vor zwei Wochen schrieben die zwölf leitenden Print-Redakteure des "Spiegel" einen Brief an die Redaktion, in dem sie die von Büchner avisierte schnelle Zusammenlegung der Online- und Heft-Ressortleitungen ablehnten und stattdessen für eine "zeitlich flexibel zu handhabende Übergangsstruktur" mit weiter getrennten Ressortleitungen von Print und Online und nur "gemeinsamen Kopfstellen" plädierten. Trotz Bürokratendeutsch eine klare bremsende Botschaft an die Chefredaktion. Einer der mächtigsten Unterzeichner war Armin Mahler, der als ehemaliger Chef der Mitarbeiter KG im Haus in alle Richtungen bestens vernetzt ist. Bei der letzten Wahl der Stillen Gesellschafter Anfang 2013 wurde er knapp per Losentscheid aus der Geschäftsführung der KG gewählt - seitdem leitet Vertriebschef Thomas Hass die Gesellschafterfirma der "Spiegel"-Mehrheitseigentümer.
Wolfgang Büchner
Bild: Foto: Casten Milbret

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Mahler ist nach HORIZONT-Informationen zudem derjenige der Print-Führungskräfte, dessen Vertrag als Ressortleiter als erstes ausläuft - nämlich zum Jahreswechsel 2014/15. Diese Befristungen der Ressortleiterverträge sind beim "Spiegel" üblich. Die Kontrakte laufen meist über zwei Jahre und werden in der Regel verlängert. Geschähe dies nicht, würde ein Ressortleiter in den Status eines "normalen" Redakteurs zurückkehren. In der Causa Mahler wäre das für beide Seiten wohl nur schwer vorstellbar, was vermutlich der Grund für die derzeitigen Aufhebungsverhandlungen sein dürfte. Mahler würde den "Spiegel" demnach ganz verlassen. Ähnliches gilt dem Vernehmen nach auch für Lothar Gorris. Auf Anfrage will eine Verlagssprecherin "Personalspekulationen nicht kommentieren".

Insider vermuten, dass in den kommenden Wochen und Monaten weitere Print-Ressortleiter den "Spiegel" auf ähnliche Weise verlassen könnten. Genannt werden hier vier weitere Namen. Im Sommer hatten sich drei Ressortleiter bei Geschäftsführer Ove Saffe über Büchner beschwert. Und vor kurzem war bekannt geworden, dass der Chefredakteur alle Ressortleiterstellen neu ausschreiben wolle und sich auf diese Weise von seinen redaktionsinternen Gegnern trennen könnte. fam/rp
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