Spiegel Vertriebschef Thomas Hass soll Saffe-Nachfolger werden

Dienstag, 27. Januar 2015
Thomas Hass übernimmt den Saffe-Job
Thomas Hass übernimmt den Saffe-Job
Foto: Spiegel Verlag

Nun ist die letzte Personalie im quälend langen Spiegel-Drama entschieden: Vertriebschef Thomas Hass soll Nachfolger von Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe werden. Hass ist auch Vorsitzender der Mitarbeiter KG und galt als heißer Favorit für den Posten (HORIZONT 50/2014).
 Saffe hatte seine Zukunft an die des im Dezember geschassten Chefredakteurs Wolfgang Büchner geknüpft. Mit der Nachricht, dass Klaus Brinkbäumer die Redaktion führen wird und Florian Harms Spiegel Online, war auch bekannt gegeben worden, dass Saffe das Haus verlassen wird, sobald ein Nachfolger gefunden ist, spätestens aber Mitte 2015.
Formal stehen jedoch noch einige Schritte aus, um Hass offiziell zu bestätigen. Hass, Jahrgang 1965, ist seit 1992 beim Spiegel-Verlag. Seit 2013 steht er zudem an der Spitze der mächtigen Mitarbeiter KG, die mit 50,5 Prozent der Anteile die Mehrheit am Spiegel-Verlag hält. Zustimmen muss auch Gruner + Jahr, die 25,5 Prozent halten. Dies gilt jedoch als sicher. Die übrigen 24 Prozent werden von den Erben des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein gehalten.

Hass hatte sich aus den Diskussionen zuletzt herausgehalten. Regie bei der Nachfolgersuche führt seither Thomas Riedel, hauptberuflich Dokumentar. Die Einigung der KG erfolgte nach HORIZONT-Informationen wohl schon letzte Woche. 

Neben Hass waren auch Spiegel-Verlagsleiter Matthias Schmolz, Spiegel-Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert und drei externe Kandidaten gehandelt worden: Frank Stahmer, Geschäftsführer Woman und People/Fashion bei Gruner +Jahr. Ekkehard Veser, scheidender Mitgeschäftsführer der österreichischen News-Gruppe und Thomas Lindner, derzeit Geschäftsführer der „FAZ“.

Saffe war seit 2008 Geschäftsführer des Spiegel-Verlags und der Manager Magazin Verlagsgesellschaft. Der 53-Jährige hatte seinerzeit den umstrittenen Mario Frank abgelöst, und den Verlag durch Wirtschafts- und Printkrise geführt. Die unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft des Spiegels hatten jedoch zuletzt zu tiefen Zerwürfnissen zwischen Redaktion, Verlag und Mitarbeiter KG geführt. pap
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