Spiegel Online Englischssprachiges Angebot soll eingedampft werden

Freitag, 20. Dezember 2013
Das internationale Angebot von Spon genießt hohes Ansehen, ist aber offenbar zu teuer
Das internationale Angebot von Spon genießt hohes Ansehen, ist aber offenbar zu teuer


Spiegel Online setzt bei seiner englischssprachigen Website offensichtlich den Rotstift an. Die Redaktion von Spiegel Online International soll deutlich schrumpfen. Das berichtet der "Tagesspiegel".
Laut dem Bericht soll die Redaktion von Spiegel Online International von derzeit fünf Redakteuren auf nur noch 1,4 Stellen zusammengestrichen werden. Das geht aus einem Schreiben des Betriebsrates hervor, das der Berliner Tageszeitung vorliegt. Der Betriebsrat spricht von einem Kahlschlag. Dabei habe die Chefredaktion dem Ressort International erst kürzlich attesiert, ihren publizistischen Auftrag "zur vollsten Zufriedenheit" zu erfüllen. "Jeden Mitarbeiter des Spiegel-Verlags kann es jederzeit erwischen, völlig unabhängig von seiner Leistung", stellt der Betriebsrat konsterniert fest.

Begründet werden die Kündigungen mit den zu hohen Kosten von Spiegel Online International: "Wir sind erfolgreich in der Vermarktung, aber der redaktionelle Aufwand ist zu groß, um das Angebot in seiner bisherigen Form aufrechtzuerhalten", sagte eine Verlagssprecherin dem "Tagesspiegel". Unter anderem die heterogene Zielgruppe der englischsprachigen Seiten sei problematisch.

Die Stimmung in der Online-Redaktion ist schlecht, weiß der "Tagesspiegel" - auch wegen der Pläne, wie künftig mit Texten aus dem gedruckten "Spiegel" umgegangen werden soll. Der neue Chefredakteur Wolfgang Büchner hat kürzlich umfangreiche Regeln für die Zusammenarbeit zwischen Heft- und Onlineredaktion vorgestellt. So ist geplant, neben den frei zugänglichen Texten künftig verstärkt Artikel aus dem Heft auf Spiegel Online anzureißen. Das Konzept sei "nicht ausgereift", heißt es aus der Online-Redaktion. dh
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