Spiegel-Gruppe Verlagsleiter Michael Plasse verlässt den Verlag

Freitag, 13. Oktober 2017
Michael Plasse beerbt Facklam "bis auf Weiteres"
Michael Plasse beerbt Facklam "bis auf Weiteres"
© Olaf Ballnus/Der Spiegel

Abschied nach 13 Jahren: Spiegel-Verlagsleiter und Manager-Magazin-Geschäftsführer Michael Plasse verlässt nach HORIZONT-Informationen den Verlag. Der Grund sind wohl interne Unstimmigkeiten.

Erst vor zwei Jahren hatte Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass ihn (bis dato Manager Magazin-Verlagsleiter) und Jesper Doub (bis dato IT-Chef) zu Verlagsleitern des Spiegel-Verlags befördert. Plasse, heute 44, hatte dabei die Verantwortung für Vertrieb und Werbevermarktung übernommen, außerdem für Verlagskoordination und Leserservice. Und beim Manager Magazin (MM) durfte er sich fortan Geschäftsführer nennen.

Nun verlässt Plasse nach HORIZONT-Informationen den Verlag, "in aller Freundschaft", wie man dort mittlerweile bestätigt, verbunden mit Lobes- und Dankesworten. Seine Aufgaben übernimmt Hass nun selber.

Plasse studierte nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann BWL. Nach Promotion und mehreren Stationen bei Gruner + Jahr wechselte er 2004 als MM-Vertriebsleiter zum Spiegel-Verlag. Von 2006 bis 2011 war er dort Leiter Direktmarketing und Vize im Vertriebsmarketing. Im Herbst 2011 übernahm er die Verlagsleitung des MM sowie die Geschäftsführung von dessen Online-Tochter. 

Warum nun der Abschied? Man habe sich beidseitig etwas auseinandergelebt, ist im Haus zu hören. Ebenso von Hakeleien mit Doub, der zugleich Geschäftsführer von Spiegel Online ist – und damit kaufmännisch verantwortlich für das Produkt, das Spiegel Media unter Co-Verlagsleiter Plasse (und seinem Vermarktungschef André Pätzold) im Werbemarkt verkauft.

Außerdem mag nun ein neuer Vermarktungswind im Verlag wehen: Plasse, der als überaus umtriebig und operativ detailinteressiert gilt, hatte sich stets vehement für eine weitere völlige Eigenständigkeit des Spiegel im Werbemarkt ausgesprochen. Alles andere wäre fürs Haus "langfristig eine sehr teure Alternative, denn seit Erfindung der Anzeigenkombi manifestiert sich die Buchung am stärksten Titel, der Preis hingegen am schwächsten Objekt", sagte Plasse noch im vergangenen Jahr zu HORIZONT (Heft 23/2016).

Als Teil einer Portfolio-Vermarktung befürchtete er demnach sinkende Werbeerlöse. "Eine erfolgreiche Vermarktung bedingt also nicht automatisch Größe", so Plasse damals. Doch mit dem Eintritt in die Ad Alliance von Gruner + Jahr und RTL-Gruppe bleibt Spiegel Media zwar (vorerst) eigenständig – doch Spiegel-Chef Hass hat damit gezeigt, dass er in puncto Portfolio-Größen und Allianzen anders denkt als Plasse. rp 

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