Spiegel-Gruppe Stefan Plöchinger kehrt zurück – auf die Verlagsseite

Mittwoch, 04. Oktober 2017
Stefan Plöchinger keht zum Spiegel zurück
Stefan Plöchinger keht zum Spiegel zurück

Rückkehr nach Hamburg: Stefan Plöchinger, derzeit Mitglied der „SZ“-Chefredaktion in München, kommt zum Spiegel zurück. Mit der Stadt und dem Verlag wechselt er auch den Wirkungskreis – und wird (auf der Verlagsseite) Leiter der Produktentwicklung.

Damit wird er weder „Head of Digital“ noch „über“ Spiegel-Online-Chefredakteurin Barbara Hans installiert werden, wie Meedia eilig (und falsch) vermeldete, sondern soll im Führungsteam von Spiegel-Gruppe-Geschäftsführer Thomas Hass die Entwicklung neuer und das Management bestehender journalistischer (Gemeinschafts-) Produkte von Print- und Online-Redaktion verantworten. Insofern tritt Plöchinger auf der neu geschaffenen Position im Laufe des ersten Quartals 2018 die aufgewertete Nachfolge von Christian Goedecke an, der, das ist bekannt, das Haus zum Jahresende verlassen will.

Aus der Personalie Plöchinger lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Den bisherigen Vollblut-Journalisten zieht es offenkundig ins Medienmanagement. Und das Management beim Spiegel, namentlich Geschäftsführer Hass, will mit Hilfe eines Top-Journalisten an seiner Seite die Spiegel-Redaktionen bei den anstehenden Aufgaben begleiten – oder auch antreiben.

Die Hauptaufgaben: Das Zusammenwachsen von Print- und Online-Redaktion (hier wünschen sich die Gesellschafter dem Vernehmen nach ein entschiedeneres Vorgehen von Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und SpOn-Chefin Hans) über mehr gemeinsame Produkte sowie die Weiterentwicklung des Paid-Content-Konzepts Spiegel Plus, eventuell mit Integration der digitalen Nachmittagszeitung Spiegel Daily, die auf der Spiegel-Verlagsseite wenig Freunde hat.

Plöchinger kenne "die Herausforderungen der Medienhäuser, die mit großem Aufwand hochwertigen Journalismus produzieren, aus langjähriger Erfahrung", lobt Hass den erwarteten Rückkehrer und formuliert: "Gemeinsam mit den Geschäftsführungen und Chefredaktionen von Print und Online wird er als kaufmännischer Partner das multimediale Produktportfolio des Spiegel steuern und weiter ausbauen."

BönischPlöchinger2017
© Süddeutsche Zeitung

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Seine journalistische Laufbahn begann Plöchinger 1995 als Lokalreporter bei der Süddeutschen Zeitung. Von 1997 bis 2001 absolvierte er die Deutsche Journalistenschule in München. Danach war er Politikredakteur bei der Abendzeitung, von 2004 bis 2006 im CvD-Team bei der FTD tätig und danach Chef vom Dienst, Textchef und Geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online. Seit 2011 ist Plöchinger Chefredakteur von SZ.de und seit 2014 auch Mitglied der Chefredaktion. Dort ist er für die digitalen Projekte verantwortlich. rp

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