"Spiegel" Christian Goedecke wird Leiter des neuen Bereichs Produktmanagement

Freitag, 14. Oktober 2016
Christian Goedecke
Christian Goedecke
Foto: Spiegel Verlag

Neue Stelle an der Schnittstelle: Der bisherige Vermarktungsmanager Christian Goedecke soll beim "Spiegel" für Wachstumsprodukte sorgen. Dabei wird er viel unterwegs sein im komplizierten Haus, zwischen Print- und Onlineredaktion, Vertrieb und Vermarktung.

Der "Spiegel" streicht im Rahmen seines Spar- und Wachstumsprogramms "Agenda 2018" nicht nur Stellen und entlässt im Verlagsbereich Mitarbeiter, sondern schafft auch neue Positionen. Und zwar dort, wo man sich neben den sinkenden Werbe- und Vertriebserlösen bei den bisherigen Aktivitäten irgendwann neue Umsätze verspricht – dafür heuert der "Spiegel" sogar neue Leute an. Sascha Lahme zum Beispiel, der nun das Konferenzgeschäft aufbauen soll; ihn holte man von der "FAZ".

Seit zehn Jahren im Haus tätig ist dagegen Christian Goedecke. Der 48-Jährige, bisher Leiter Objekte in der Vermarktungssparte Spiegel QC, übernimmt im Januar 2017 die Leitung des neuen Bereichs Produktmanagement. Hier gehe es um die "operative Steuerung und Weiterentwicklung des Produktportfolios von 'Spiegel' und Spiegel Online" sowie vor allem um die Entwicklung neuer Geschäftsfelder, teilt der Verlag mit.

Was heißt das? Goedecke soll offenbar neue Werbevermarktungs- und Vertriebsprodukte entwickeln und die bestehenden – vielleicht eines Tages dann ja auch die angekündigte digitale Nachmittagszeitung "Spiegel Daily" – verbessern, besser koordinieren und monetarisieren. Goedecke wird damit zur Schnittstelle zwischen Print- und Onlineredaktion, dem Vertrieb, der Vermarktung sowie weiteren Verlagsabteilungen. Ein Posten, der viel Gefühl für das innenpolitisch komplizierte Haus erfordert, ebenso wie Sachkenntnis in und Verständnis für alle Bereiche, gleichsam Durchsetzungskraft wie Diplomatie sowie mehr ausgleichende Moderationsfähigkeit als persönliche Eitelkeit.

Goedeckes Wesen und Vita könnten da gut passen: Er kam 2006 als Leiter Marketing Services zum Spiegel-Verlag. 2009 übernahm er die Leitung des Bereichs Media Marketing und Disposition bei Spiegel QC, Ende 2015 dort zusätzlich die Objektleitung. Der Diplom-Volkswirt arbeitete zuvor bei Axel Springers Zeitungsgruppe Berlin als stellvertretender Marketing- und Vertriebsleiter. Weitere Stationen waren die Leitung des Marketings bei der "Berliner Morgenpost" und "B.Z." sowie der Marktforschung im Ullstein Verlag.

Für die „Spiegel“-Vermarktung bedeutet Goedeckes Wechsel eine weitere – je nach Lesart – Verschlankung oder Schwächung, zumindest nach der Anzahl der Führungsköpfe beurteilt: Nach dem Abgang des früheren Vermarktungschefs Norbert Facklam im März besetzte Verlagsleiter Michael Plasse den Spitzenposten im Juni intern nach – mit dem Digitalspezialisten André Pätzold. Sein Stellvertreter ist Sales-Boss Dirk Schnoor. Somit hat sich die Spiegel-QC-Führungsmannschaft binnen Monaten von vier auf zwei Köpfe halbiert. rp

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