"Spiegel" "Bild"-Vize Nikolaus Blome wird stellvetretender Chefredakteur

Mittwoch, 21. August 2013
Springer-Mann Nikolaus Blome wechselt zum "Spiegel"
Springer-Mann Nikolaus Blome wechselt zum "Spiegel"

Delikater Personalcoup an der Ericusspitze: Nikolaus Blome, derzeit noch stellvertretender Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, wird zum 1. Dezember in gleicher Position zum "Spiegel" wechseln.  Gleichzeitig übernimmt der 49-Jährige die Leitung des Hauptstadtbüros von "Spiegel" und Spiegel Online. "Ich freue mich, dass wir mit Nikolaus Blome einen der profiliertesten politischen Journalisten Deutschlands für den Spiegel gewinnen konnten", sagt der designierte Chefredakteur Wolfgang Büchner, der sein Amt am 1. September antritt. Von Büchner wird erwartet, dass er dem Nachrichtenmagazin eine veränderte Titelpolitik verordnet und seine Expertise im schnellen Nachrichtengeschäft - Büchner war zuletzt Chefredakteur der Nachrichtenagentur dpa - in die tägliche Arbeit einbringt.

Blome könnte sich hierbei als nützliche Ergänzung erweisen. Nach einem Studium der Geschichte, Volkswirtschaft und Politik arbeitete Blome unter anderem beim "Tagesspiegel", 1997 folgte der Wechsel zu Springer. Nach mehreren Führungspositionen bei der "Welt" übernahm er 2006 die Leitung des Hauptstadtbüros der "Bild". 2011 wurde er stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Wirtschaftsressorts. Außerdem liefert sich Blome in einer gemeinsamen Phoenix-Sendung mit dem Sprecher der "Spiegel"-Erben Jakob Augstein wöchentlich hitzige Wortgefechte. Nun also der Wechsel zum "Spiegel", wo insbesondere die "Bild" immer wieder kritisch beleuchtet wurde. Es wird spannend sein zu sehen, wie der Springer-Mann von der dortigen Belegschaft aufgenommen wird.

Mit dem Dienstantritt Blomes wird der bisherige Leiter des "Spiegel"-Hauptstadtbüros, Konstantin von Hammerstein, künftig als Autor für den das Blatt und die Digital-Ausgabe arbeiten. "Ich freue mich darauf, auch in seiner neuen Funktion eng mit Konstantin von Hammerstein zusammenzuarbeiten. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er sich dazu bereit erklärt hat, das Hauptstadtbüro des Spiegel durch die heiße Phase des Wahlkampfs, die Bundestagswahl sowie die anschließenden Koalitionsverhandlungen zu führen", so Büchner. ire
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